Vielseitiger Kurs 10 auf hohem Niveau
Bei wunderschönem Herbstwetter mit einer tollen Bergsicht fand am 29. Oktober in Wädenswil der Kurs 10 zum Thema "Phytotherapie im Komplementärmedizinischen Umfeld" mit über 30 Teilnehmenden statt. Mit drei Referaten (Konnrad Urech, Martin Schnelle, Alexander Hintze) wurde ausführlich der Wirkmechanismus der Mistelinhaltsstoffe und die therapeutischen Effekte der Mistel in der Onkologie diskutiert. Beeindruckend waren die Fallbeispiele, die anschaulich zeigten, dass der Heilungsprozess in der Onkologie von sehr vielen Faktoren, v.a. auch psychischen abhängig ist. Ein Heilmethode mit einem völlig anderen kulturellen Hintergrund wurde im Vortrag zum Thema TCM von Simon Becker vorgestellt. Hier wird immer mit zusammengesetzten Arzneien gearbeitet, die nach einem bestimmten System gemischt werden. Es erschien auch durchaus einleuchtend, das chinesische Therapiekonzept auf westliche Pflanzen zu übertragen. Mit dem Thema Gemmotherapie wurde von Jaqueline Ryffel ein eher junges komplementärmedizinisches Therapiekonzept vorgestellt, dass aber durch eindrückliche Fallbeispiele durchaus überzeugen konnte. So konnte dank eines Ribes nigrum-Gemmo-Präparates ein von starker Neurodermitis geplagter Säugling nach dreimonatiger Therapie nachhaltig geheilt werden. Auch das Thema Ausleitung darf an einem solchen Anlass nicht fehlen. Das Thema "Entschlackung" ist zwar in der Schulmedizin verpönt, aber diverse erfolgreiche Fallbeispiele zeigten doch, dass diesem Konzept eine gewissen Sinnhaftigkeit nicht abzusprechen ist. Bruno Anderes zeigte auf, wie sehr die Leber in die gesundheitserhaltenden Prozesse integriert ist und eine grosse "Leidensfähigkeit" aufweist, sodass Leberstörungen oft erst erkannt werden, wenn es schon zu spät ist. Leberstützende Massnahmen mit Lebermitteln (Mariendistel) und Bitterstoffmsichungen sind zu empfehlen. Rodolfo Mähr berichtete über das von ihm geleitete Alters- und Pflegeheim in Schaffhausen , in dem die Komplementärmedizin einen hohen Stellenwert hat. Phytotherapeutisch wird vor allem mit Aromatherapie und Teetherapie mit gutem Erfolg gearbeitet. Matthias Rostock beschrieb eine Vielzahl von Optionen zur Behandlung von Mukositis und Stomatitis bei Tumorpatienten. Es gelang ihm hervorragend, Beobachtungen aus der Tumorpraxis klinischen Ergebnissen gegenüberzustellen und zu einer differenzierten Gesamtbetrachtung zu kommen. Peter Frey zeigt die phytotherapeutischen Optionen, aber auch deren Grenzen bei Hypertonie-Patienten auf.
Alles in allem war es ein hoch informativer Tag, der aber trotz scheinbar allgemeiner Thematik sehr praxisbezogen aufgebaut war und jeder mit guten Tipps und Anregungen in den Alltag entlassen werden konnte.
Wir danken unseren Sponsoren für die Unterstützung. Sie ermöglicht es uns, die Kurse kostengünstig anzubieten. Die Sponsoren nehmen keinen Einfluss auf das wissenschaftliche Programm. Es wird von der Kursleitung zusammen gestellt.
Für diesen Kurs leisteten besondere Unterstützung: Weleda AG, Spagyros AG, ebipharm AG.
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| Konrad Urech: Mistel - eine ungewöhnliche Pflanze in aussergewöhnlicher Zubereitung |
Alexander Hintze: Mistel in der Klinik | |
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| Martin Schnelle neben Beatrix Falch: Er präsentierte die umfangreiche Forschung, die mit Iscador bereits geleistet wurde. |
Simon Becker: Experte der Pflanzenheilkunde in der TCM | |
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| Jaqueline Ryffel: Leicht anzuwenden: Sprays für die Schleimhäute mit Glycerinmazeraten aus Knospen |
Bruno Anderes: Ausleitende Verfahren zur Unterstützung der Leber - Einläufe und Bitterstoffe | |
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| Rodolfo Mähr: Phytotherapie in der Geriatrie | Matthias Rostock: Wenig EBM, viel Erfahrung bei Mukositis und Stomatitis |
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| Peter Frey: Erfahrungen mit Rauwolfia beim Patienten, der mit etablierten Blutdrucksenkern Probleme macht |