Strahelnder Sonnenschein und viel Botanik im Unterengadin auf der SMGP-Exkursion

Anfangs Juli 2010 fand die traditionelle zweitägige pharmakobotanische Sommer-Exkursion der SMGP statt. Sie führte uns bei schönstem Sonnenschein ins Unterengadin. Nach Ankunft im Hotel Belvair Scuol übernahmen Regula Bücheler, Geographin und Naturkunde-Dozentin an der PH Chur sowie ihr Partner Herr Romedi Reinalter, Botaniker und ausgewiesener Kenner der Flora des Engadins, die Führung. Auf der hundertjährigen hohen Fussgängerbrücke über den Inn orientierten die beiden uns ein erstes Mal über Berge, Seitentäler, Gewässer und Siedlungen im Unterengadin. Bei einer Erfrischungspause auf der Terrasse der Hotels Villa Engiadina ob Vulpera kamen zudem die grundverschiedene Geologie der linken und rechten Talseite sowie die vom Gletscherschutt und von Menschenhand gebildeten Terrassen zur Geltung. Herr Reinalter erklärte uns zudem am Beispiel der Pollenanalyse von Stichproben aus Hochmooren eine der Methoden der Paläobotanik. Auf dem Weg von Scuol nach Tarasp bestimmten wir zahlreiche Kräuter, Gräser und Gehölze und diskutierten deren Heilkräfte. Fasziniert lauschten wir den Ausführungen von Barbara und Thomas Niederhauser vom Biobauernhof Chants über Möglichkeiten und Grenzen der naturnahen Landwirtschaft im Berggebiet. So ist die Familie Niederhauser erleichtert, dass sich der kürzlich eingewanderte Bär nach dem Reissen etlicher ihrer Schafe wieder nach Italien verzogen hat. Ein Umgang um den seerosengeschmückten Lai da Tarasp rundete die Freitagnachmittags-Exkursion ab. Nach erfrischendem Bad im Bogn Engiadina labten wir uns am exzellenten Diner im Belvair.
Am Samstagmorgen trafen wir in S-charl unsere Tagesreferentin Frau Regula Bollier, Umwelt/Naturwissenschafterin ETHZ und Beauftragte von Scuol Turissem für naturnahen Tourismus. Sie führte uns durch die wildromantische Val S-charl bis zum God Tamangur. Dieser höchstgelegene Arvenwald Europas fasziniert durch seine bis 700 Jahre alten, wettergegerbten, oft knorrig zerrissenen Arven. Wir erfuhren Wichtiges über die Symbiose Tannenhäher-Arve und über Naturschutzprojekte in und um den Schweizerischen Nationalpark.
Auch hier kamen andere Gehölze, Flechten und Blütenpflanzen samt deren Heilwirkung nicht zu kurz. So begegneten wir auf dem Rückweg noch der Himmelsleiter, der Türkenbundlilie und der Alpen-Waldrebe. Allzuschnell fuhr uns das Postauto wieder nach Scuol zurück, wo die Hälfte der 21 TeilnehmerInnen nochmals ausgiebig ihren Badeplausch genossen.

Peter Frey

Bio Bau


Cirsium Clematis

Dylan Gentiana




Pulsa

Scharl Tamangur

Tarasp



bärengesicherter Abfallcontainer


am Meisterwurz wird gerochen







die runden weichen Arven

Wundklee