Spätsommerexkursion: Das Beziehungsnetz Pflanze-Mensch
Prächtiges Sommerwetter erwartete die dreissig Teilnehmenden zur diesjährigen Spätsommerexkursion. Sie wurde erstmals von SMGP-Mitglied Maja dal Cero geleitet. Die in Schaffhausen wohnende Biologin beschäftigt sich seit Jahren mit der Beziehung Pflanze-Mensch und das aus verschiedensten Blickwinkeln. Statt wie in den letzten Jahren in die Alpen ging‘s ins Mittelland. Die Wanderung führte von Brunegg über Schloss Brunegg auf den Grat des Chestenbergs und zum Abschluss in die Gärten des Schloss Wildegg. Den Auftakt machten die Rosskastanienbäume rund um das Schloss Brunegg, nachdem schon beim Aufstieg verschiedenste Arzneipflanzen Aufmerksamkeit erforderten. Die Rosskastanien zeigten an ihren Blättern schon Signale des Herbstes, die von Motten und Pilzen provoziert werden. Diese Krankheitserreger sind in den letzten Jahren aufgetreten noch weiss man nicht genau, ob sie der Vitalität der Bäume schaden. Eine erste Auslage von Pflanzen wurde beim Rastplatz oberhalb des Schlosses gemacht neben der arzneilichen Wirkung verschiedener Pflanzen etwas derjenigen der Labiaten wusste Maja dal Cero zu erzählen, wie in früheren Zeiten versucht wurde, Krankheiten auf Pflanzen zu übertragen. Nach dem Ritual wurden die Pflanzen verbrannt. Der gewöhnliche Beifuss (Artemisia vulgaris) wird diesbezüglich oft genannt. 2011 ist ein sehr früchtereiches Jahr dies wurde am Waldrand entlang der folgenden Weide deutlich. Die roten Früchte des Weissdorns leuchteten den Exkursionsteilnehmern entgegen Beat Meier erläuterte die unterschiedliche Bedeutung, die die Früchte in der Schweiz und in den USA haben und von den neusten Forschungsresultaten. Hasel- und Buchnüsse konnten bereits gekostet werden, Hagebutte, Brombeeren und die Früchte des schwarzer Holunders führten zu Diskussionen zu eigenen Erfahrungen mit der Herstellung von Konfitüren und Gelées. Andere Sträucher mit unterschiedlichsten Früchten wie Gemeines Pfaffenhütchen, Hartriegel. Liguster,das Geissblatt und der wollige Schneeball waren Zeugen dafür, dass der Chestenberg ein aus Kalk bestehender Ausläufer des Juras ist. Immer wieder machte Maja dal Cero auf die Übergänge in der Landschaft aufmerksam und zeigte anhand eines Schemas die Ansprüche, die die im Mittelland dominierenden Baumarten haben. Auf dem ganzen Weg präsent war die aquaretisch wirksame Goldrute (Solidago virgauera).
Nach der Mittagspause begeisterte der vielfältige Garten im Schloss Wildegg die Teilnehmenden. Annelis Suter führte durch die Gemüsesammlung und wies darauf hin, wie sehr das Gemüsesortiment, das heute in Läden von Migros, COOP und VOLG verarmt ist. Auf Schloss Wildegg wird in Zusammenarbeit mit „Pro Specie Rara“ versucht die Gartengemüsekultur des 18. Jahrhunderts wieder in Schwung zu bringen. Mit Hilfe der Besucher und von Führungen hofft man, die Nachfrage nach der Gemüsevielfalt zu fördern. Annelis Suter wusste viel zu erzählen über zahlreiche Pflanzen und bewies die Schmackhaftigkeit der Kräuter mit einem kleinen Abschiedshäppchen, indem sie frische, essbare Pflanzen schnitt und mit Frischkäse mischte. Einen Eindruck zum Garten, der jederzeit besucht werden kann, geben die Bilder im Nachgang zu diesem Text. Ein Besuch im Garten von Schloss Wildegg ist jedermann empfohlen. So endete auch die dritte Exkursion der SMGP/SSPM in diesem Jahr mit einem Erfolg.
Dokumente:
a) Pflanzenliste Sommerexkursion SMGP (Word-Datei)
b) ökologische Ansprüche der Bäume (pdf-Datei)
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| Es begann mit der Rosskastanie: Die Samenschale ist noch nicht vollständig ausgebildet |
Erste Station: Die wichtigen Pflanzen wurden auf ein weisses Tuch ausgelegt |
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| Im Mittelpunkt: Die wilde Möhre |
Aumerksamkeit für ... |
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| ... Exkursionsleiterin Maja dal Cero und die Labiaten |
Maja dal Cero beschreibt den Buchenwald |
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| Blüht im Herbst: Die Goldrute | Interessante Pflanzen waren mit roten Bändeln markiert |
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| Früchte im Herbst: Hagebutte | und der Kalkanzeiger Hartriegel |
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| Früchte im Herbst: Holunder, Weissdorn, Haselnuss, Buchnüsschen, Eicheln und Hagebutten |
Weil sie so schön sind noch einmal die Hagebutten |
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| Ein besonderer Farn: Engelsüss hat süsse Wurzeln |
Führung im Garten des Schloss Wildegg |
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| Dahlienschau | ... dazwischen schön geschnittene Eiben mit ihren süssen, roten Beeren, von denen nur der harte Samen giftig ist |
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| Mönchspfeffer in voller Blüte | Gemüsepflanzen: Anstelle von Spinat |
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| Guter Heinrich - dahinter Spargeln |
Artischocke |
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| Ein letzter Blick... |
... in den Garten |
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| Die Pflanze für den Verveine-Tee... |
...betörend duftend. |
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| Das Abschiedsmahl - bunt wie der spätsommerliche Garten |