Phytotherapeutischer Leitfaden aus der sportmedizinischen Praxis
Dr. med. Simon Feldhaus
Paramed Zentrum für Komplementärmedizin, 6342 Baar
Die Therapie von Krankheiten und/oder Befindlichkeitsstörungen ist gerade beim Sportler (insbesondere dann beim Leistungssportler) eine Domäne für den Einsatz von Präparaten aus dem Bereich der Phytotherapie. Dies sowohl im Hinblick auf die Ungefährlichkeit in Bezug auf Doping, als auch im Hinblick auf das in der Regel deutlich geringere Nebenwirkungspotential der verwendeten Produkte.
In der Sportmedizinischen Praxis kristallisieren sich drei Hauptbereiche heraus:
1.) Die Behandlung akuter Erkrankungen und/oder Verletzungen
2.) Die Unterstützung der Rehabilitation nach Verletzungen
3.) Die Behandlung von Befindlichkeitsstörungen wie Wettkampfnervosität, Schlafstörungen etc.
Grundsätzlich gilt die Empfehlung, dass die erstmalige Einnahme auch eines pflanzlichen Präparates wenn immer möglich nicht unmittelbar vor einem Wettkampf erfolgen sollte um allfällige Unverträglichkeiten vorher erkennen zu können.
Eine Möglichkeit wäre ein Präparat als Testdosis während einer Trainingspause einzunehmen um dessen Verträglichkeit zu prüfen.
Produkte, die sich in diesen Bereichen bewährt haben, sind beispielsweise:
Arnica im Rahmen von Verletzungen des Bewegungsapparates (hier als Atro Med Rheuma Gel)
Boswellia Serrata bei Verletzungen mit Schwellung / Entzündungsreaktion (als Magistralrezeptur :Olibanum indicum pulvis Ph Eur 46 g m.f. granulatum aquosae Ad capsulae CXX (Kapselgrösse 0) mit der Dosierung 4 x 1(2) täglich. (Rezeptur im Anhang)
Der Wirkungseintritt ist nach 2-3 Tagen zu erwarten. Die Therapie sollte bis zum Abschluss der Behandlung der Verletzung fortgeführt werden.
Carduus Marianus als Urtinktur oder in Tablettenform (Legalon) im Sinne der Leberstärkung mit psychoemotionaler Komponente . Die Leber ist in der Sicht der östlichen Medizin ein wichtiges Organ für Muskulatur, Sehnen und Bänder auf der körperlichen Ebene. Psychoemotional führt eine ausreichende Leberenergie zu einem ruhigen Geist und einem guten Schlaf.
Somit ist eine Behandlung der Leber bei Sportlern in vielen Fällen begleitend sinnvoll. Beispiele wären intensive Trainingseinheiten (Schutz vor Muskelverletzungen), Unterstützung der Regeneration, begleitende Behandlung bei Verletzungen etc.
Als Spezialfall ist Padma 28 im Sinne eines Multi-Target-Präparates zu werten. Obwohl auf der Basis tibetischer Medizin entstanden zeigen sich klare schulmedizinisch überprüfbare Wirkungen in diversen Ebenen wie beispielsweise der Entzündungshemmung, der Verbesserung der Mikrozirkulation und im Immunsystem.
Dadurch kommt es zum schnelleren Abtransport von Entzündungsstoffen und zu einer besseren Regeneration der Muskulatur. Es kann somit zur Prävention von Verletzungen eingesetzt werden. Die Regenerationsphase nach einem intensiven Training oder Wettkampf fällt kürzer aus, somit kann schneller mit einem erneuten Trainingsaufbau begonnen werden.
Petasites hybridus in Tablettenform (Tesalin N) ist bei Allergien eine bewährte Pflanze die vor allem keine Nebenwirkungen im Sinne von Müdigkeit zeigt.
Allerdings ist hier eine längerfristige Einnahme notwendig, eine Akuttherapie allergischer Beschwerden ist nicht möglich.
Eine der interessantesten Pflanzen ist Withania somnifera.In Tablettenform (Aswal) findet es als Adaptogen zur psychischen und physischen Harmonisierung bei Nervosität, Stress oder Wettkampfangst verwendung.
Eine Kombination aus Baldrian und Hopfen in Tablettenform (Redormin) wäre bei Schlafstörungen zu empfehlen. Als Dosierung haben sich 2 Tabletten abends bewährt.
Im Rahmen einer Individualtherapie kommen dann noch die Ceres-Tinkturen in Frage. Diese sollten je nach Beschwerdesymptomatik und Persönlichkeit des Sportlers ausgewählt werden.
Festzuhalten ist, dass all diese Beispiele experience based und nicht evidence based sind, was nicht unbedingt als Nachteil zu werten sein sollte!
Zusammenfassend bietet gerade die Phytotherapie mit ihrem breiten Indikationsbereich, der hervorragenden Verträglichkeit, der guten Wirkung und nicht zuletzt auch des günstigen Preises, optimale Möglichkeiten einer ganzheitlichen und integrativen Behandlung sowohl des Hobby- als auch des Leistungssportlers.