Viel Interesse an der Phytotherapie bei den Veterinärmedizinern.

Grosses Interesse fanden die Workshops und der Stand der SMGP am diesjährigen Kongress für Veterinärmedizin Vets 2008. Das Interesse an traditionellen Methoden wächst auch bei den Tierärzten. Die Ausgangslage bezüglich Phytotherapie ist allerdings schwierig: Anders als in der Humanmedizin gibt es kaum moderne, registrierte Produkte. Die bei Swissmedic zugelassenen Produkte stammen fast ausschliesslich aus früheren Zeiten. Es fehlen zudem zeitgemässe Untersuchungen zur Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel, die vorhandene Erfahrung ist kaum dokumentiert. So ist es schwierig, konkrete Therapieempfehlungen, die zudem den vorliegenden Richtlinien entsprechen, abzugeben. Im Praxisworkshop wurde dennoch von Urs Abbühl, Julika Fitzi-Rathgen, Michael Walkenhorst und Gilles Thiébeaud Anwendungspraxis an Nutz- und Kleintieren präsentiert. Auf diesem Weg muss sich die Phytotherapie in der Veterinärmedizin wieder etablieren. Der Rezeptur kommt dabei eine grosse Bedeutung zu – obwohl auch diese Tradition unter die Räder der Moderne gekommen ist. Die neue SMGP-Sektion SMGP-vet muss da in den nächsten Jahren ihren Beitrag leisten. In den SMGP-Kursen wird nun regelmässig ein veterinärmedizinischer Block eingeschaltet. Auf der Homepage wurde vor kurzem eine spezielle Rubrik für Veterinärmedizin eingerichtet. Hier finden sich neu auch die Links zu etlichen Verordnungen und Richtlinien.
Der erste Workshop war allgemeinen Themen gewidmet: Michael Wink aus Heidelberg erläuterte in umfassender Weise, wieso pflanzliche Vielstoffgemische auch im Menschen eine Wirkung haben können. Ihre Bedeutung für die Pflanze ist ja unbestritten: Die Substanzen dienen vor allem der Abwehr und der Arterhaltung. Im menschlichen Organismus gibt es viele Angriffspunkte, z.B. an Membranen. Olivier Flechtner gab einen Überblick über die derzeit aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Vordergrund steht die Diskussion was ist Futtermittel, was ein Arzneimittel. Die erleichterte Zulassung steht auch für Tierarzneimittel aus Pflanzen wie bei solchen aus Humanarzneimitteln zur Verfügung. Da aber in der jetzigen Situation für die erleichterte Zulassung ein Vergleich mit einem bereits vorhandenen Produkt gefordert wird, ist die Zulassung neuer Produkte trotz der Erleichterungen schwierig und kostenintensiv.

Professor Dr Michael Wink aus Heidelberg überzeugte auch die Tierärzte mit seinen Überlegungen zu Vielstoffgemischen

Drei Haupttargets, die von Vielstoffgemischen beeinflusst werden können
Vielfältige Funktion der Proteine

Gespannte Aufmerksamkeit beim Referat: Was ist Arzneimittel, was Futtermittel?

Olivier Flechtner von Swissmedic erläutert die Regelungen der Swissmedic - sie würde pflanzliche Arzneimittel ermöglichen. Die Herstellung von Arzneimitteln erfordert jedoch GMP-Bedingungen, was mit hohem Aufwand verbunden ist.


Am Stand der SMGP wurde ein Wettbewerb angeboten. Es galt vier Drogen zu erkennen:

Erfreulicherweise zeigte sich, dass die Pflanzenkenntnisse der Wettbewerbsteilnehmer sehr gut waren. Sie konnten jedenfalls die Drogen allesamt richtig zuordnen. Die Glücksfee zog folgende Gewinner aus der Urne:

Badertscher Marianne, Buus
Thiebaud Danielle, Murten

Die glücklichen Gewinnerinnen dürfen ohne Gebühr an den nächsten „Erlebnistagen Phytotherapie“ vom 5.-7. Juni 2009 in Engelberg teilnehmen. Sobald das detaillierte Programm bekannt ist erhalten sie detaillierte Informationen.