Phytotherapie in Engelberg in wenig Sonne und mit Schnee

24 Teilnehmende liessen sich auch dieses Jahr Ende Mai im Rahmen von Kurs 1 in die Besonderheiten der Phytotherapie einführen. Sie erlebten ein winterliches Engelberg – immer wieder trieben Schneeflocken durch die Luft. Auf der Exkursion schien immerhin lange Zeit die Sonne zaghaft durch die Wolken und erst als die letzte Station beim Pestwurzstandort erreicht war, kehrte der Regen zurück. Leider waren die Pestwurzblätter noch nicht so gross, als dass man sie als Regendach hätte benutzen können. Die Vegetation war teilweise noch im Rückstand, sodass die vierteiligen Blüten des Tormentill nur auf der neuen, über das Internet verfügbaren Monographie der ESCOP betrachtet werden konnten und nur ein unscheinbarer, kurz vor der Blüte stehender Kümmel gefunden wurde. Doch die etherischen Öle waren bei der herrschenden Kälte noch nicht ausgebildet, sodass in diesem Fall der Geruchstest erfolglos blieb. Wetterunabhängig ist der Salicingehalt der Weiden, sodass dieses Kauerlebnis nicht unter dem Wetter leiden musste.
Je kälter es draussen war, umso intensiver liefen die Diskussionen und Fragen nach den Vorträgen und in den Pausen. Der ganze Kurs stand im Zeichen des Einstiegs in die Phytotherapie. So berichteten Liana Geber und Peter Frey, die beide das SMGP-Fähigkeitsprogramm absolviert haben von ihren ersten Schritten in der Phytotherapie und ihren heutigen Erfolgen und gaben viele praktische Tipps weiter. Diese wurden in den Arbeitsgruppen am Samstagmorgen in verschiedenster Hinsicht vertieft und ergänzt. Viele Berichte auch routinierterer Teilnehmer vermittelten die Überzeugung, dass mit Phytotherapie viel erreicht werden kann. Auch der Herstellungsteil am Freitagnachmittag fand viel Interesse. Sabine Lorch stellte die Datenbank PhytoVIS vor und konnte mit ersten Auswertungen darlegen, dass damit ein Instrument vorliegt, das interessante Beobachtungen erlaubt und für die Zertifikatsarbeit viele Möglichkeiten bietet. PhytoVIS gibt der Phytotherapie die Möglichkeit zu Anwendungs- und Sicherheitsdaten zu kommen, die sehr nützlich sind. Ulrike Biegel führte sieben Veterinärmedizinerinnen in die Phytotherapie bei Tieren ein, wobei Hunde und Katzen im Vordergrund standen. Bereits fand ein reger Erfahrungsaustausch statt, der fortgesetzt werden soll. Die Phytotherapie begeisterte einmal mehr und die dreizehn „Newcomers“ werden die SMGP in Zukunft hoffentlich verstärken. Allzu rasch galt es Abschied zu nehmen vom wunderschönen Hotel Edelweiss, indem uns jeder Wunsch, der die Durchführung des Kurses erleichterte, erfüllt wurde und das bei der herrschenden Kälte in seinem traditionellen Stil besonders „heimelig“ war. Für nächstes Jahr wurde auch schon wieder gebucht – am 22.-24.5 ist die SMGP wieder in Engelberg. Über die Sammelanmeldung (pdf) ist es jetzt schon möglich sich einen Platz an diesem Kurs zu sichern. Bis 2015 sind bereits alle Termine des Fähigkeitsprogramms Phytotherapie bekannt.


Brennessel und Löwenzahn wachsen als Stickstoffanzeiger auf fetten Wiesen und an Bauernhöfen – Kursleiter Beat Meier vermittelt Informationen zu diesen Arzneipflanzen

Noch blühte die Blutwurz nicht – doch Reinhard Saller fand mit Spürauge ein Rhizom, das beim Aufschneiden „blutete“

Kursleiterin Rita Bubenhofer mit frierender Lesley

Uferverbauungen mit Weiden an der Engelberger Aa: Nicht alle Weiden können therapeutisch genutzt werden, hier z.B. Salix caprea mit weiblichen Fruchtständen. Enthält höchstens unbedeutende Mengen an Salicin.

Plantago lanceolata in Blüte

Gesammelte Pflanzen von der Exkursion zur Besprechung
botanischer Eigenschaften und ihrer Wirksamkeit

Rudolf Steiner erklärt die Herstellung
pflanzlicher Arzneimittel in der Industrie

Rita Bubenhofer führt ein in die Kunst des Rezeptierend

Kein Museum sondern Ritas Drogensammlung

Gespannte Aufmerksamkeit

Alte und ...

... neue Bücher

Analysieren

Droge befeuchten

Perkolationsrohr füllen

Der Kamillengel ist fertig, in Tuben abgefüllt - ein Rest bleibt übrig

Liana Gerber berichtet von ihren Erfahrungen
als Grundversorgerin mit Phytotherapie
Nachtschicht mit Sabine Lorch zum Thema PhytoVIS-Datenbank