Grundlagen der Phytotherapie - Kurs in Engelberg

Morgenstimmung in Engelberg

Neuundzwanzig ÄrztInnen, ApothekerInnen und Veterinärmedizinierinnen liessen sich in Engelberg anlässlich der Erlebnistage in die Grundlagen der Phytotherapie einführen. Seit dem Jahr 2001 gastiert die SMGP für diesen Anlass im Hotel Edelweiss, wo sich die Truppe jeweils gut aufgehoben fühlt. So viele Teilnehmende wie diesmal waren noch nie dabei, das Interesse an der Phytotherapie blieb über die Jahre hinweg erhalten und ist derzeit eher wachsend. Im Fokus der Exkursion standen rund ein Dutzend Arzneipflanzen, die an ihrem Standort betrachtet und deren Potential ausgeleuchtet wurde. So etwa die Brennnessel, der Efeu und die Primel. Reinhard Saller hatte schon am Vormittag bei seinem Referat zum Grundsortiment darauf vorbereitet. Der Kümmel präsentierte sich diesmal auf der Rütiwiese kräftig wachsend, anders als in früheren Jahren. Die Sanierung des kleinen Weges scheint ihm gut getan zu haben. Hingegen ist die Pestwurz am Standort, wo sie vor dem Engelberger Hochwasser im August 2005 gewuchert hat, auf dem Rückzug. Die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel stand am zweiten Tag auf dem Programm. Die Herren Züllig und Gantenbein von der Herbamed leiteten einen Workshop, bei dem praktisch mitgearbeitet werden konnte. Auch Gesetze und Regulatorien müssen beachtet werden und wurden von den Kursleitern dargelegt. Am Samstagmorgen kam dann in Form von Gruppenarbeiten die Anwendungspraxis zum Zug - das Gelernte will ja umgesetzt werden. Auf viel Interesse stiessen die Referate von Peter Frey und Gernod Hofmann, die von ihrem Einstieg in die Phytotherapie berichteten. Hofmann hat dazu eine Zertifikatsarbeit geschrieben, die verfügbar ist. Der Kurs wurde geleitet von Beatrix Falch und Beat Meier, die Veterinärmedizinerinnen wurden betreut von Ulrike Biegel und Hanna Ayrle. Die Stunden in Engelberg vergingen viel zu schnell - die Begeisterung für die Phytotherapie dürfte nachaltig bleiben. Das kommunizierten die Teilnehmenden Der nächste Grundkurs findet 2018 vom 7.-9. Juni statt. Die Ausschreibung erfolgt demnächst, das Anmeldetool wird in wenigen Tagen eröffnet.
Den Firmen Bioforce AG, Herbamed AG, Vifor AG und Zeller Medical AG danken wir für die Unterstützung. Ihr personelles und finanzielles Engagement hilft uns, die Gebühren relativ tief zu halten und verhilft zu spannenden Einblicken in den Alltag der Herstellung pflanzlicher Arzneimittel.

Auf geht's zur Exkursion. Der tagelang angesagte Regen ist dank Föhn ausgeblieben.
Die Pestwurzblätter scheinen in diesem Frühjahr besonders nahrhaft zu sein - der Bestand ist infolge Austrocknung des Standortes weiter zurück gegangen.
Arbeiten im Team - es entsteht ein Gel mit Kamillenöl
Extrahieren ist spannend - Christoph Züllig von Herbamed im Einsatz mit einer Pflanzenpresse bei der Herstellung eines Frischpflanzenmazerates
Die gesammelten Exemplare werden im Pflanzenstübli zur Repetition ausgestellt - hier eine Sammlung von gerbstoffhaltigen Rosaceen.
Schlussrunde - Auswertung der Gruppenarbeiten
Ulrike Biegel (links) und Hannah Ayrle führten durch das Programm der Veterinärmediziner und freuten sich am grossen Engagement der Teilnehmenden.