Mark Blumenthal referierte zu Verfälschungen von pflanzlichen Produkten


Verfälschungen von pflanzlichen Produkten, sei das nun in Lebensmitteln oder pflanzlichen Arzneimitteln, gibt es seit damit gehandelt wird. Schon in der Antike gab es dazu Berichte. Mark Blumenthal,  Gründer und Direktor American Botanical Council ABC hat sich zum Lebenswerk gemacht, die sogenannten „Adulterants"  (deutsch Verfälschungen) aufzudecken. Das Botanical Adulterants Program läuft in einer Kooperation zwischen dem American Botanical Council (ABC), der American Herbal Pharmacopoeia (AHP) und dem National Center for Natural Products Research (NCNPR). In Europa wurde zu diesem Thema in den letzten fünfzig Jahren kaum mehr publiziert, das Problem war dank der strikten Regulierung als Arzneimittel untergeordnet. Weltweit sieht das anders aus und wird auch hierzulande wieder an Bedeutung erlangen, wenn vermehrt pflanzliche Produkte als Lebensmittel gehandelt werden dürfen. Verfälschungen haben meist ökonomische Gründe und führen zu einer schlechten Qualität, gelegentlich auch zu Allergien und selten zu Vergiftungen. Letztere sind aber meistens auf Verwechslungen zurückzuführen. Das ABC hat 31 Publikationen zu Adulterants erstellt, davon sieben „Botanical Adulterants Bulletins", zuletzt zu Johanniskraut und Sabal. Blumenthal stützt sich bei der Analyse von Verfälschungen auf zahlreiche analytische Techniken - gefragt ist Spürgeist, der den Ideen der die Verfälschungen ausdenkenden „Produzenten" gewachsen sein muss. Als nur teilweise hilfreich erachtet Blumenthal der neue Trend zur DNA-Analyse. Diese kann die einzelnen Bestandteile einer Pflanze nicht unterscheiden. Bei der Extraktion kann die DNA zudem auseinanderbrechen, was zu falschen Schlüssen führen kann. Mark Blumenthal referierte an der ZHAW in Wädenswil mit Evelyn Wolfram von der Fachgruppe für Phytopharmazie und Naturstoffchemie als Gastgeberin auf Einladung von SMGP-Mitglied und SVKH-Präsident Herbert Schwabl. Die drei Organisationen luden im Namen des Netzwerkes Phytopharmazie zur Veranstaltung, die von erfreulich vielen Interessenten aus der Industrie und von der Behörde (Swissmedic) verfolgt wurden. Der Anlass wurde eröffnet mit einem Rundgang durch den neu angelegten botanischen Garten mit Pflanzen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, in den Frau Nina Zhao-Seiler einführte. Vielen Dank, Mark Blumenthal, für den Einblick in die Bemühungen des BAP, weltweit einen hohen Standard für pflanzliche Zubereitungen halten zu können.

Evelyn Wolfram von der ZHAW war Gastgeberin... ... für das Referat von Mark Blumenthal zum Thema Verfälschungen pflanzlicher Produkte
Die Veranstaltung begann mit einem Rundgang durch den an der ZHAW neu angelegten Arzneipflanzengarten mit dem Thema „Traditionelle chinesische Medizin" geführt von Nina Zhao-Seiler. Impressionen aus dem Arzneipflanzengarten