35 Jahre Kooperation Phytopharmaka

Roger Eltbogen, Präsident und Beat Meier, Geschäftsstellenleiter vertraten die SMGP an der Geburtstagsfeier der Kooperation Phytopharmaka in Köln am 6. Dezember. Die Kooperation war vor 35 Jahren gegründet worden, um die damals neu geschaffene Kommission E zu unterstützen. Die Aufgabe, Monographien für Arzneipflanzen zu erarbeiten, war da, aber aufbereitetes Material gab es nicht. Die Kooperation leistete dann diese Arbeit – die Dokumente wurden noch mit Schreibmaschinen erstellt. Der PC als Schreibinstrument kam erst später….

Die Kooperation übernahm später weitere wissenschaftliche Aufgaben, viele resultierten aus Anforderungen der Behörden, meistens des BfArM. So wurden grosse Studien zur Genotoxizität von Arzneipflanzen gemacht und aktuell stehen die Pyrrolizidinalkaloide im Fokus. Es musste und muss gezeigt werden, dass aus Experimenten im Reagenzglas interpolierte Gefahren doch zu relativieren sind. In der Anwendungspraxis sind sie ja auch kaum je sichtbar geworden. In den Vorträgen zum Jubiläum wurde deutlich, wie viel Wissen, das mit modernen Methoden bestätigt werden kann, in den Arzneipflanzen bereits steckt. Frau Professor Fink-Gremmels – sie referierte 2012 an der Jahrestagung auch schon bei der SMGP – wies am Beispiel der Resistenzen in Bakterien, die in Biofilmen in einer geschützten Umgebung leben können, darauf hin, dass komplexe Betrachtungsweisen (Systembiologie anstelle isolierter, chemischer Überlegungen) erforderlich sind, um Probleme zu erkennen und in den Griff zu bekommen. Unter diesem Aspekt könnten viele Schwierigkeiten, vor denen sich Hersteller pflanzlicher Arzneimittel gegenüber sehen, anders gelöst werden. Der Einsatz der Kooperation Phytopharmaka konnte nicht verhindern, dass in den 35 Jahren ihres Bestehens die Zahl der Hersteller und die Zahl der zugelassenen Produkte massiv gesunken sind. Ohne deren Aktivitäten allerdings würde sich die Bilanz wohl noch unerfreulicher präsentieren. Deshalb sind solche Organisationen wichtig. Die SMGP gratuliert und dankt für die Unterstützung der Phytotherapie mit ausgezeichneten Forschungsprojekten. Vier der fünf Referate sind verfügbar unter
http://www.koop-phyto.org/aktuelles.php?artikel=0393