Jahresbericht 1999

Erfolge und Rückschläge im Jubiläumsjahr

Die SMGP hat ein erfolgreiches Jubiläumsjahr hinter sich. Ihre Veranstaltungen fanden ein überdurchschnittlich grosses Interesse.
Insbesondere die Jahrestagung schloss sowohl bezüglich Teilnehmer als auch finanziellem Erfolg brillant ab. Obwohl nicht ganz alle Referate
halten konnten, was sie versprochen hatten, herrschte eine ausgesprochen gute Stimmung, die sich auf den Jubiläumsapéro und die nachfolgende
Mitgliederversammlung sowie spätere Kurse auswirkten. Ein ausgezeichneter Jahresabschluss trotz ausgeweiteter Aktivitäten, der
natürlich auch den treuen Sponsoren zu verdanken ist, ist die Folge davon.
Es gab allerdings auch Rückschläge zu verzeichnen: So wurde trotz grossem Einsatz des auf die nächste Generalversammlung zurücktretenden
Valerio Rosinus der SMGP-Fertigkeitsausweis von der Ärztekammer der FMH abgelehnt und das Publikationsorgan PhytoDigest steht vor einer
ungewissen Zukunft, weil die Finanzierung nicht gesichert ist. Der Vorstand konnte in unveränderter Besetzung bis zum Frühjahr amten.
Als erste musste dann Monika Mennet kürzer treten, da sie Nachwuchs erwartete. Da die Familie auswandert, musste sie auch den Rücktritt
ankünden. Monika Mennet hat sich als Vertreterin der SMGP im FFG sowie bei der Herausgabe der Vereinsseite in der Forschenden
Komplementärmedizin sehr engagiert. Zwei Seiten pro Nummer konnten regelmässig produziert werden. Vielen Dank für Deinen Einsatz.
Mit dem Rücktritt von Valerio Rosinus im Hinblick auf die GV im Herbst 1999 kommt es im Vorstand zu einem weiteren Wechsel. Valerio hat im
politischen Bereich während den letzen Jahren einen enormen Einsatz geleistet und dafür gesorgt, dass die SMGP in diesen Gremien von Union
über FFG bis zu den Ausschüssen der FMH kompetent vertreten und beraten war. So wurde Valerio auch zum von den Medien gesuchten Phytotherapeu-
ten, der zahlreiche fundierte Interviews geben durfte. Wir werden Valerio im Vorstand sicher sehr vermissen. Auch ihm vielen Dank für
seine Arbeit, er wird uns zum Glück weiter beistehen und in etlichen Funktionen weiter der SMGP seine Erfahrung zur Verfügung stellen.
Im Vorstand stand vorerst die Fortsetzung und der Abschluss der Arbeiten am Leitbild im Vordergrund. Die Vernehmlassung nutzten zwei Mitglieder.
Auf deren Anregung wurde der Entwurf umgearbeitet in ein kurzes und prägnantes Leitbild sowie in ein Strategiepapier, das die Umsetzung des
Leitbildes in den nächsten Jahren beschreibt. Beide Papiere wurden den Mitgliedern zugestellt und auf der SMGP-Homepage publiziert. Das
Vorgehen erwies sich als richtig, haben doch die aktuellen Ereignisse schon wieder einige Positionen im Bereich des Strategiepapiers
revisionsbedürftig gemacht, während das Leitbild Bestand hat. Viel Arbeit steckte Valerio Rosinus in die Ausarbeitung von Reglementen für
den Fertigkeitsausweis Phytotherapie zuhanden der FMH. Die vereinsinternen Richtlinien mussten ergänzt und den Vorgaben der FMH
angepasst werden. Dazu brauchte es zahlreiche Besprechungen. Weitgehend unerwartet wurde dann im Juni der Fertigkeitsausweis von der
Präsidentenkonferenz und der Ärztekammer abgelehnt. Die Argumente, die dazu führten, waren im Prinzip verständlich, insgesamt aber wenig
stichhaltig, weil sie bei anderen, abgesegneten Fertigkeits- und Fähigkeitsausweisen eben so gelten würden, dort aber nicht vorgebracht
wurden. Es wurde zudem gesagt, dass die gesamte Ärzteschaft befähigt sei, Phytotherapie zu betreiben. Das BSV stützte einen entsprechenden
Antrag der FMH. Jeder Grundversorger kann demnach Phytotherapie abrechnen. Daraus kann man ableiten, dass die Phytotherapie damit
anerkannt ist. Ob diese Interpretation berechtigt ist, kann erst die Zukunft zeigen. Wie sich die SMGP verhalten soll, ist Gegenstand der
Diskussionen an der Mitgliederversammlung. Im Bereich der Taxation (GRAT, neu Tarmed) gab es keine Fortschritte. In
diesem Bereich führt die UNION einen mühsamen Kampf gegen Windmühlen,der auf nationaler Ebene hoffentlich ein akzeptables Resultat bringt.
Die anfallenden Geschäfte wurden in insgesamt fünf abendlichenVorstandssitzungen bearbeitet. Die Protokolle werden neu der UNION und
den Mitarbeitern der SMGP (Bruno Anderes, SMGP-Vertreter Vorstand Union; Klemens Brühwiler, Kurswesen; Jean-Michel Jeannin, Ethische Kommission)
zugestellt. Die Mitarbeiter waren auch zu den Sitzungen eingeladen. Für neue Aufgaben, die im Vereinsjahr angefallen sind, konnten weitere
Mitglieder gewonnen werden. So vertritt Frau PD Dr.U.von Mandach die SMGP im Organisationskomitee des Unionskongresses 2000 und Frau
Dr.M.Mütsch übernahm die Aufgabe, die SMGP bei den Aktivitäten des BSV zur Evaluation der fünf provisorisch in die Grundversicherung
aufgenommenen komplementär-medizinischen Verfahren zu vertreten.

Mitglieder
Ressortleitung: E.Bacs
Die Mitgliederzahl nähert sich den längst angestrebten 300! Eine etwas rasantere Entwicklung wäre wünschenswert gewesen. Vielleicht hat sie
jetzt eingesetzt, so dass das nächste Hundert schneller voll wird. Die meisten Neumitglieder treten jeweils nach Aussand des Jahresprogramms
bei, so dass sich der diesbezügliche Aufwand lohnt. Der Aufbau einer Sektion in der französischsprachigen Schweiz schien zeitweise in
Reichweite; vielversprechende Kontakte versandeten jedoch wieder. Es müsste sich eine Kerngruppe bilden, die mit entsprechendem Einsatz in
der Region tätig würde. Ihr könnte dann Support von den bestehenden Strukturen her zugesprochen werden.
Die Mitglieder wurden neu über die SMGP-Homepage (www.smgp.ch) regelmässig und aktuell informiert. Sie erhielten zudem neben den über die
Vereinszeitschrift "Forschende Komplementärmedizin" verbreiteten Informationen (siehe unten) verschiedentlich persönliche Schreiben über
den Stand der SMGP-Aktivitäten. Zum Leitbild wurde eine Vernehmlassung durchgeführt.

Public Relation
Ressortleitung: Ch.Bachmann
Das Ressort verfolgt folgende Ziele:
* Phytotherapie bekannt machen
* Ausbildungsprogramm SMGP und Tagung bekannt machen
* Mitgliederwerbung
Strategien in diesem Ressort werden in Zukunft auf der Basis des neuen Leitbildes erarbeitet. Deshalb wurde dieses abgeschlossen. Initiiert
wurde die Planung eines SMGP-Standes, mit dem der Verein in Zukunft an Kongressen auftreten kann. Die Mitgliederwerbung lief weiterhin auf der
Ebene persönlicher Kontakte. Nichtmitglieder wurden regelmässig mit der Mappe ”Die SMGP stellt sich vor" bedient. Firmen wurden angehalten, an
ihren Veranstaltungen mit diesem Hilfsmittel auf die SMGP aufmerksam zu machen. Die Resonanz auf dieser Ebene blieb gering, derweil das persön-
liche Engagement immer wieder zu Resultaten führte. Die Homepage wird für Neuanmeldungen noch kaum genutzt. Die Homepage (www.smgp.ch) wurde
anlässlich der Jubiläumstagung 1998 nach intensiven Vorarbeiten durch Christoph Bachmann und den Präsidenten gestartet. Mit H.E.Holzgang
konnte ein junger Pharmazeut und Wissenschfter für die technische Betreuung der Homepage engagiert werden. Sie liefert primär
Informationen für die Mitglieder, konnte aber auch schon benutzt werden, um auf Berichte in den Medien zu reagieren (PULS-Tip/Schlangenwurz).
Innerhalb eines Jahres erfolgten ca.1800 Zugriffe auf die Seite. Diese Zahl ist noch nicht allzu hoch, andererseits aber doch beachtlich.
Hätten gleich viele Kontakte über das Sekretariat abgewickelt werden müssen, wäre die Arbeit gross gewesen! Die Homepage soll ständig
verbessert werden. Für das zweite Jahr ist eine Zweiteilung in Vereins- und Publikumsinformationen vorgesehen. Geplant ist insbesondere ein
Diskussionsforum, das zur Beantwortung von Fragen und zur Diskussion genutzt werden soll.
Die Medienpräsenz der Phytotherapie und der SMGP war im abgelaufenen Jahr enorm. Dies ist auf die vorläufige Anerkennung der Phytotherapie
durch das BSV zurückzuführen. Insbesondere Valerio Rosinus stand im Mittelpunkt des Medienintereses. Alle Rekorde schlug ein Artikel im
PULS-Tip zum Thema Blutdrucksenkung mit Rauwolfiae radix mit Erfahrungsberichten aus der Praxis von Klemens Brühwiler: Da bei der IKS kein
Präparat mehr mit dieser Pflanze registriert ist, wurde das Sekretriat während Wochen mit Anfragen bestürmt. Eine Stellungnahme der SMGP ist
weiterhin auf der Homepage zu finden. Zur Bewältigung des Sturms von Anfragen erwies sich die Homepage als sehr nützlich.

Ausbildung
Ressortleitung: B.Meier, K.Brühwiler
Der vierte Ausbildungsgang ist in vollem Gang. Die Kurse waren alle gut besucht, selbst der bisher als Sorgenkind geltende Kurs 4 (Arzt und
Apotheker in der klinischen Forschung) verzeichnete eine Rekordbeteiligung. Das Interesse ist derzeit so gross, dass der Grundkurs nun
wieder jährlich ausgeschrieben wird, da mehr Interessenten als (trotz Rekordbeteiligung) Plätze vorhanden waren. Nach der Ablehnung des
SMGP-Fertigkeitsausweises gilt weiterhin das SMGP-Zertifikat, das anzustre- ben offensichtlich attraktiver geworden ist. Die für die FMH
erarbeite ten Regelungen gelten für Ärzte vollumfänglich zur Erlangung des SMGP-Zertifikates, so dass bei einer allfälligen diesbezüglichen
Änderung die Gleichstellung von Zertifikat und Fertigkeitsausweis nicht ange zweifelt werden kann. Kurzfristig geht es nun darum, die
SMGP-Kurse bei SGAM und SGIM anerkennen zu lassen.
Weiterbildung
Ressortleitung: A.Abegg
Es fand neben der Jahrestagung eine von Andreas Abegg organisierte pharmako-botanische Exkursion in die Berner Alpen (Kandersteg) und
Lötschbergsüdrampe statt. Mit Andreas Lenherr konnte ein versierter Kenner der Arzneipflanzen (sowohl Botanik als auch Anwendung) zur
Begleitung der Exkursion gewonnen werden. Trotz mässigem Wetter wurde die Exkursion für die TeilnehmerInnen zum Gewinn.
Tagung
Ressortleitung: B.Meier
Im letzten Jahresbericht waren wir schon des Lobes voll über den Verlauf der Tagung zu ätherischen Ölen. Das damalige Rekordergebnis wurde nun
1998 noch einmal übertroffen - der Raum in Baden wurde zeitweise eng! Das Thema "Arzneipflanze und Immunsystem" stiess auf ein grosses
Interesse. Die Bilanz der Tagung fiel rundum positiv aus (siehe auch Einleitung). Erneut berichteten GanzheitsMedizin und Schweizer
Apothekerzeitung umfassend von der Tagung (Bericht von unserem Mitglied Gisela Pfister-Hotz).
Die Bioforce verlieh an der Tagung 1998 zum zweiten Mal den Alfred Vogel-Preis. Erfreulich war, dass dieser Preis diesmal einem
SMGP-Mitglied, nämlich Daniel Berger, verliehen wurde. Berger hat sich regelmässig im Rahmen unserer Ausbildung mit Referaten und als
Gruppenleiter an den Kursen beteiligt. Vereinsnachrichten in "Forschende Komplementärmedizin"
Ressortleitung: M.Mennet-von Eiff Auch im dritten Jahr gab es kaum Probleme, die Vereinsnachrichten zu
füllen. Die Themen waren erneut vielfältig: Publiziert wurden das Reglement der Ethischen Kommission (4/99), der Tagungsbericht 1998
(Hefte 1/99 und 2/99) sowie das Leitbild (3/99). Eingehend gewürdigt wurde das Jubiläum (5/99) mit etwelchen Anekdoten aus der noch jungen
Vereinsgeschichte. Schliesslich wurde über die Aktivitäten rund um die Spezialitätenliste des BSV (6/99) berichtet und die damals aktuelle
Liste publiziert. Ergänzend dazu Gesellschaftsinformationen wie neue Mitglieder, Vorstandsadressen und Ankündigungen von Kursen und Tagung.

Finanzen
Ressortleitung: A.Abegg
Die SMGP hat die Kosten im Griff. Der im Budget vorgesehene Vermögensrückzug musste nicht beansprucht werden. Die gut besuchten Kurse und
der Erfolg der Tagung sowie unerwartet eingegangene Sponsorenbeiträge ermöglichten es sogar, Rückstellungen zu machen für Forschungsprojekte
und für den PhytoDigest. Zudem konnten Abschreibungen des demnächst zu ersetzenden Büromaterials gemacht werden. Das auf Erfolgsbasis basieren
de Arbeitsverhätlnis mit E.Bacs bewährte sich erneut. Nach Abschluss aller Buchungen wurde eine Gratifikation von Fr.5?000.- an E.Bacs
ausgezahlt.

Sponsoren
Ressortleitung: B.Meier.
Sehr zu Dank verpflichtet ist die SMGP den treuen Sponsoren, die im wesentlichen den Betrieb des Sekretariats und die Finanzierung der
ESCOP-Aktivitäten ermöglichen. Ohne die Sponsorengruppe wären die umfangreichen Aktivitäten der SMGP nicht denkbar. Dies ist in der
heutigen Zeit der Stagnation, auch bei den Naturheilmitteln, nicht selbstverständlich. Die Firma AstaMedica konnte wieder in die
Sponsorengruppe aufgenommen werden, die Firma Streuli in Uznach wird im neuen Vereinsjahr dazu stossen. Wir begrüssen die neuen Sponsoren in
unserem Kreis sehr herzlich! Die Sponsoren werden jeweils einen Tag nach der Tagung über Aktivitäten und Ziele der SMGP informiert. Einige (zum
Glück immer weniger) bedeutende Phyto-Firmen sind leider immer noch nicht Sponsor der SMGP. Die Mitglieder werden gebeten, bei Kontakten mit
entsprechen- den Firmen zu reagieren: Mit Dank bei den Sponsoren, mit Kritik bei denjenigen, die sich dem Sponsoring entziehen. Eine
Sponsoren-Liste finden sie auf dem Internet. Es ist geplant, in einem der nächsten Schreiben insbesondere diejenigen Firmen aufzulisten, die
Anträge auf Aufnahme ihrer Präparate in die SL gestellt haben und dabei von namhaften Aktivitäten der SMGP indirekt profitieren, jedoch nicht
Mitglied der SMGP-Sponsorengruppe sind. Wir bitten Sie, diese Problematik bei Besuchen von Vertretern der entsprechenden Firmen
anzusprechen. Die SMGP versucht, den Sponsoren für ihre Unterstützung auch Gegenleistungen zu bieten. So beiteiligte sie sich an einem
Workshop zum Thema Agnus castus an der ETH in Zürich, der dann auch vorwiegend von Hochschulangehörigen und FirmenvertreterInnen besucht
wurde. Die SMGP hat per Brief und auf der Homepage regelmässig auf Veranstaltungen, die für die Frimen interessant waren, hingewiesen, z.B.
auf die Verteidigung von Doktorarbeiten an der ETH in Zürich. Die Ethischen Kommission kam leider nur zu einem weiteren Einsatz. Im
Zusammenhang mit der Tagung 1999 und einem Konsensuspapier Laxantien engagierte sich die SMGP zusammen mit der Biomed für die Rehabilitation
der Zubereitungen aus anthrachinonhaltigen Pflanzen (insbesondere Frangula und Senna), was eine gute Resonanz auslöste und im Sinne aller
derjenigen Firmen war, die die Gruppenrevision der IKS geschafft haben.

Gesundheits- und Berufspolitik
Ressortleitung: V.Rosinus/M.Mennet-von Eiff
Die SMGP ist Mitglied der Union schweizerischer
komplementärmedizinischer Ärztegesellschaften. Im Vorstand vertritt uns Dr.B.Anderes mit Erfolg. Seine über die Phytotherapie hinausgehende
Kompetenz wird in diesem Gremium besonders geschätzt. Die Union kämpfte für Fertigkeits-
und Fähigkeitsausweise - die Phytotherapie fiel zwischen Stuhl und Bank. Noch fehlt die Erfahrung aber auch die Akzeptanz zum Lobbying, damit
solche Enttäuschungen verhindert werden können. Mehr darüber an anderer Stelle. Derzeit tobt ein Kampf um die Tarife. Es wird mit allen Mitteln
versucht, die Komplementärmedizin in der Bedeutungslosigkeit verharren zu lassen. Aktuelles Mittel dazu auf der kantonalen Ebene sind Tarife,
die unter allen übrigen Tarifen liegen. Auf GRAT-Stufe sind Entscheidungen ausstehend. Liest man all die Protokolle, wähnt man sich
in einem einseitigen Ping-Pong-Spiel.
Das FFG heisst nun Forum für GanzheitsMedizin. Die Rolle des Forums wurde verschiedentlich diskutiert, ist doch die Abgrenzung zur UNION
nicht immer einfach und klar definiert. Stossrichtung des FFG ist deshalb in erster Linie ein neuer Auftritt und ein PR-Konzept, dessen
Resultate noch nicht vorliegen. Im Rahmen des FFG tagte der Arzneimittelausschuss zwei Mal in Bern, um mit Peter Heusser Kriterien zur
Beurteilung von komplementärmedizinischen Arzneimitteln im Ausschuss für Komplementärmedizin der Eidg.Arzneimittelkommission zu verabschieden.
Das BSV soll mittlerweile die Kriterien akzeptiert haben, den Antragsstellern sind sie aber noch nicht im Detail bekannt. Immer wieder
wird deutlich, wie gering die Kompetenz des BSV in diesen Fragen ist. Im laufenden Jahr wurden weitere Phytotherapeutica zumindest vorläufig
in die SL aufgenommen. Die SMGP führt eine Liste der Phytotherapeutica in der SL, die auf der Homepage regelmässig aktualisiert wird.

Wissenschaft
Ressortleitung: Prof.R.Saller
Am Kurs 4 im Januar 1999 wurde eine Studie mit Tees zu dyspeptischen Beschwerden angekündigt und dann auch noch vor den Sommerferien mit den
Interessenten gestartet. Die Studie steht unter der Leitung der Herren Saller und Iten vom Lehrstuhl für Naturheilkunde am Universitätsspital
Zürich. Die Studie hat sich gut angelassen, so dass im Workshop an der Tagung bereits darüber berichtet werden konnte. Für eine Teebaumöl-
studie sind Vorbereitungen angelaufen. Sie erweisen sich als aufwendig. An den Kursen konnte festgestellt werden, dass immer mehr Phytopharmaka
immer besser dokumentiert sind, womit überzeugter Phytotherapie betrieben werden kann. Das BSV hat über die Union zu Workshops eingeladen, die die geplante
Evaluation vorwärts bringen soll. Frau Mütsch vertritt dort unsere Anliegen, konkrete Resultate liegen noch nicht vor. Immerhin ist die
SMGP aufgefordert, Projektideen einzubringen. Diese wurden mit Prof.Saller erarbeitet. Das BSV steht auf dem Standpunkt, dass die
beteiligten Gesellschaften die Finanzierung ihrer Delegationen selbst übernehmen müssen. Deshalb gibt es eine neue Budgetposition. Ein
Konzept, wie diese Projekte unsererseits angegangen werden sollen, liegt ebenfalls vor.

Kontakt zu anderen Gesellschaften der Phytotherapie und
Arzneipflanzenforschung

Ressortleitung: Verwandte Gesellschaften: B. Meier; ESCOP: M.Frater.
Der Präsident und der ESCOP-Delegierte N. Linnenbrink sind im Beirat der Gesellschaft für Arzneipflanzenforschung und nehmen regelmässig an deren
Veranstaltungen teil. Die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft nahm als Gast an unserer Jubiläumsveranstaltung teil.
Der SMGP-Präsident wird im Jahr 2000 bei der Gesellschaft in Wien einen Vortrag halten. An der letzten Tagung
der SAGEM im Mai in Interlaken hat sich die SMGP mit Referaten von Dr.K.Brühwiler und Prof.Dr.R.Saller engagiert. Die Zahl der Teilnehmer
Innen war enttäuschend. Der Kongress wird durch den Unionskongress abgelöst. Intensiv war erneut das Engagement der SMGP bei der ESCOP.
Mittlerweile konnten die neuen Monographien aufgelegt werden. Die Anerkennung dieser Monographien durch die Behörden (insbesondere EMEA)
wächst. Die ESCOP leistet auf dieser Ebene ausgezeichnete Arbeit, und da unsere beiden Delegierten, M.Frater und N.Linnenbrink entscheidende
Beiträge einbringen, ist das Geld gut investiert. Bestellformulare für die ESCOP-Monographien sind beim Sekretariat erhältlich. Die
Monographien konnten erfolgreich verkauft werden, weshalb ESCOP nun wieder vermehrt über eigene Mittel verfügt. Der Aufwand für die SMGP ist
deshalb erstmals gesunken. Die Neuorganisation der ESCOP hat sich bewährt. Norbert Linnenbrink amtete als Vertreter der SMGP im Präsidium.

Sekretariat
Ressortleitung: E.Bacs
Das Sekretariat war auch in diesem Jahr bedingt durch gesteigerte Aktivitäten sehr gefordert. Elisabeth Bacs erledigte jedoch die
anfallenden Arbeiten zuverlässig und prompt. Unermüdlich leistet sie einen grossen Teil der PR-Arbeit durch Auskünfte und Versand von
Unterlagen. Das Sekretariat ist zudem Schaltstelle für mancherlei Auskünfte und Medienkontakte.

Ausblick
Ziel der SMGP wird es bleiben, die Phytotherapie in allen ihren Facetten darzustellen und zu vertreten. Dazu hat sie verschiedene Instrumente:
Der PhytoDigest soll eine breite Information unter Fachleuten im Gesundheitswesen bringen. Die Vereinsseite in "Forschende
Komplementärmedizin" soll die Bindung an die Mitglieder erhöhen. Mit der Homepage steht ein aktuelles Informationsmedium zur Verfügung, das gut
genutzt wird. Die Tagung dient dazu, die neuesten Erkenntnisse und den Stand des Wissens aus vorwiegend naturwissenschaftlicher Sicht zu
vermitteln. An den Kursen wird eine solide Grundlagenausbildung vermittelt. Da ist auch der Platz für den Blick zur Tradition, zu
Hinweisen auf verwandte Therapien, die nicht direkt der Phytotherapie zugeordnet werden, sowie zu komplementärmedizinischen Betrachtungen.
Die SMGP hat in den zehn Jahren ihres Bestehens ihren Ruf gefestigt. Sie ist durch die vorläufige Anerkennung der Phytotherapie als einer von
fünf komplementärmedizinischen herausgefordert und will diese Herausforderung annehmen. Sie sieht ihre Stellung zwischen
komplementärer und allopathischer Medizin als Chance. Sie hat ihre Vorstellungen im neuen Leitbild festgelegt. Sie weiss eine treue und
zudem wachsende Mitgliedschaft hinter sich, auf die sie sich stützen kann.
Zahlreiche Mitglieder haben sich auf Anfragen des Vorstandes im Verein engagiert und die SMGP damit auch moralisch unterstützt. Dafür recht
herzlichen Dank.
Es ist eine Freude, Präsident einer lebendigen Gesellschaft zu sein.

Brütten, 6. November 1999
Beat Meier, Präsident SMGP