Jahresbericht 2001

SMGP Jahresbericht Juli 2000 bis Juni 2001 mit Ausblicken bis zur Jahres-versammlung

Licht und Schatten

Die positive Entwicklung der SMGP hält an. Im Berichtsjahr stieg die Anzahl der Mitglieder weiterhin sukzessive an, fünfzig Neueintretende jährlich zählen mittlerweile zum Durchschnitt. Die SMGP-Kurse sind gut besucht, die Tagung stösst auf konstant hohe Resonanz. Die SMGP ist gefragt: Politik, Verbände, Medien und Sponsoren suchten den Kontakt mit der Gesellschaft. Damit steigen allerdings auch die Ansprüche. Die SMGP darf sich zum Glück auf ein breites Netz an MitarbeiterInnen stützen, die versuchen diesen Ansprüchen das ganze Jahr hindurch gerecht zu werden. Wo Licht ist ist auch Schatten: Die Phytotherapie ist mittlerweile sehr oft Gegenstand kritischer bis negativer Auseinandersetzung, die insbesondere aus den USA nach Europa überschwappt. Würden wir PhytotherapeutInnen zu sämtlichem Sinn (verschiedenste Gremien, etwa das Europäische Arzneibuch, fordern immer wieder zu Stellungnahmen auf) und insbesondere Unsinn, der publiziert wird, Stellung nehmen, wir bräuchten eine spezielle Arbeitsstelle dafür. Insgesamt wäre ein wissenschaftlich und therapeutisch fundierte PR-Stelle ein Erfordernis der Stunde: Doch die SMGP ist derzeit nicht in der Lage, die dazu nötigen Finanzen beizubringen.

Vorstand

Der Vorstand setzte in unveränderter Zusammensetzung seine Arbeit fort. Im Laufe des Jahres nahm Frau Dr. Beatrix Falch (Portrait) als beobachtendes Mitglied Einsitz. Sie wird nun vom Vorstand zur Wahl vorgeschlagen, um die Kapazitäten auszudehnen. B. Falch widmete sich in erster Linie Ausbildungsfragen und wird das auch in Zukunft tun. Sie hat bereits ein Kurs- und Tagungsevaluationssystem eingeführt. Ausbildungsfragen standen im Vordergrund der Vorstandsarbeit, insbesondere der Antrag an die Kommission für Weiterbildungsfragen der FMH zu einem zweiten Anlauf betreffend Anerkennung des Zertifikates. Die anfallenden Geschäfte wurden in insgesamt fünf abendlichen Vorstandssitzungen diskutiert.

Mitglieder

Ressortleitung: Elisabeth Bacs

Die kontinuierliche Entwicklung bei den Mitgliedern hielt an. Auch im Berichtsjahr betrug die Zahl der Neueintretenden ca. 50. Erstmals stehen wir nun allerdings im Jahr 2001 auch dem Phänomen einer beachtlichen Anzahl an Austritten (per Ende 2001 deren 20) gegenüber. Die Gründe sind zahlreich, oft berufliche Neuorientierung oder Aufgabe der Praxistätigkeit. Die SMGP bemüht sich jedes Mitglied zu halten, doch erfahrungsgemäss ist es schwierig, einen Entschluss rückgängig zu machen. Eine Statistik zur Entwicklung der SMGP findet sich auf unserer Homepage (Mitgliederstatistik).

Die Mitglieder wurden aktuell über die SMGP-Homepage (www.smgp.ch), aber auch mit Aussendungen regelmässig informiert.

Public Relation

Ressortleitung: Christoph Bachmann

Im PR-Bereich kam es zu einer markanten Änderung. Die SMGP publizierte im Herbst 2000 den letzten Phyto-Digest. Trotz grossem Einsatz des Präsidenten gelang es nicht, diese Ausgabe über Sponsoren zu finanzieren. Schon im Vorjahr war mit einem Beitrag des Phyto-Fonds für die zweite Nummer eine Notlösung notwendig geworden, nachdem nurmehr Zeller AG in Romanshorn bereit gewesen war, den Phyto-Digest zu unterstüzen. Zur Deckung der Kosten der letzten Ausgabe wurden die Gelder der neusten Sponsoren, die im Budget noch nicht vorgesehen waren, verwendet. Noch ist das eröffnete Sonderkonto nicht getilgt. Die SMGP entschloss sich daraufhin Phyto-Digest einzustellen, weil das finanzielle Risiko nicht getragen werden konnte. Dies obwohl die Herausgabe des Phyto-Digest, der alle Ärzte mit Praxis in der deutschen Schweiz erreichte, parallel verlief zur markanten Steigerung der Mitgliederzahlen in der SMGP in den letzten Jahren.

Der Entscheid viel umso leichter, als der Rosenfluh-Verlag in Neuhausen mit dem Projekt eine Zeitschrift für Phytotherapie zu lancieren, an uns herantrat. Die SMGP ist an der Zeitschrift finanziell nicht beteiligt, Vorstandsmitglied C. Bachmann wurde jedoch zum Redaktor gewählt. Das Niveau des Heftes darf sich im ersten Jahr des Bestehens sehen lassen. Die Zukunft wird von den Finanzen abhängen, denn die Zahl der Inserate hielt bisher nicht mit der Qualität der Beiträge schritt. Es wäre mehr als bedauerlich, wenn auch dieses Projekt scheitern würde, weil die Industrie nicht mitmacht.

Unsere Solothurner Kolleginnen und Kollegen waren beiteiligt an einer Sonderausgabe ihrer kantonalen Ärztegesellschaft und lieferten einige sehr interessante Beiträge zur Phytotherapie. Auskünfte bei Roger Eltbogen erhältlich.

Die Website (www.smgp.ch) ist ein unersetzliches Instrument für die SMGP. Die Seite wurde teilweise neu gestaltet, die Funktionalität verbessert, das Archiv ausgebaut. Die Suchfunktionen klappen nun ausgezeichnet. Immer mehr Berichte erscheinen auf der Website, die generell gefällt und durch den raschen Bildaufbau besticht. Die Zugriffe sind weiterhin erfreulich hoch und entlasten die Administration.

Die SMGP war im Oktober 2000 an den Gesundheitstagen in Solothurn vertreten. Dies weil die fünf komplementärmedizinischen Methoden vorgestellt wurden. Unsere Solothurner Kolleginnen und Kollegen leisteten unter der Initiative von R. Eltbogen einen tollen Einsatz. Klemens Brühwiler referierte im Rahmen einer Vorlesungsserie des KIKOM an der Universität in Bern, und an der Tagung für Hausarztmedizin in Luzern haben K. Brühwiler und Reinhard Saller einen erfolgreichen Workshop angeboten. Im Vorstand wurde beschlossen, im Rahmen der Möglichkeiten weiterhin solche Workshops anzubieten und Präsenz zu markieren, obwohl der Erfolg dieser Aktionen nicht gemessen und nach den Veranstaltungen jeweils kein signifikanter Mitgliederzuwachs verzeichnet werden kann.

Phytotherapie war in den Medien oft vertreten. Die SMGP leistete ihren Beitrag dazu mit einer umfangreichen Berichterstattung zur Tagung sowie immer wieder mit Interviews und Tipps an Journalisten und Journalistinnen. Auch da erweist sich die Website als grosser Helfer, zur Entlastung des Sekretariates.

Fortbildung

Ressortleitung: Beat. Meier, Klemens. Brühwiler

Der fünfte Ausbildungszyklus wurde mit weiterhin grossem Erfolg gestartet. Mit meist über sechzig Personen waren die Kurse alle fast überbelegt und die Infrastruktur in Baden geriet an ihre Grenzen. Trotzdem wurde an Baden festgehalten, da hier an ein neues Kongresszentrum gedacht wird und die SMGP dann dort Einzug halten möchte. Der Grundkurs konnte erneut durchgeführt werden und profitierte diesmal in Engelberg vom gutem Wetter. Die Zahl der Zertifizierten steigt nun markant an: An der Tagung 2001 werden eine stattliche Anzahl von Zertifikaten abgegeben werden können, das wird sich 2002 wiederholen. Die Liste der Zertifizierten erscheint neu auch auf unserer Website (unter Kontakte).

Eine Modularisierung der Ausbildung wurde andiskutiert, was relativ einfach ist, da sie schon im bestehenden Konzept aufgegleist wurde. B. Falch hat sich dieser Problematik angenommen.

Von Mitglied und Medienspezialist Christoph Dätwyler wurde ein Projekt zur Gestaltung einer interaktiven Phyto-CD-ROM an die SMGP herangetragen mit der Bitte um Vorfinanzierung. Trotz nicht unwesentlichem finanziellem Risiko hat die SMGP dem Projekt seine Unterstützung gegeben. Die CD-ROM wird an der Tagung 2001 vorliegen und ein attraktives Medium für die zukünftige Ausbildung sein. Die Premiere findet an der Jahrestagung 2001 statt. Die Kosten für diese CD-ROM tauchen im Budget nicht auf, da die Finanzierung über den Phyto-Fonds gesichert werden konnte. Es besteht natürlich die Hoffnung, dass die Kosten eingespielt werden können und das Geld in Zukunft dann für ein bereits in den Köpfen steckendes zweites Projekt wieder verwendet werden kann.

Weiterbildung

Ressortleitung: Andreas Abegg

Das Sorgenkind Exkursionen wurde übers Jahr zum Renner: Beide Exkursionen waren bestens besucht und stiessen auf viel Resonanz. Stimmungsbilder finden sich auf der SMGP-Homepage (z.B. Exkursionsbericht Spätsommerexkursion 2001 und Pharmakobotanische Exkursion 2001). Ein weiteres Mal konnte mit einem Sponsor (Phytomed in Hasle) als Produzent von Phytopharmaka direkt am Herstellungsort Kontakt aufgenommen werden. Vielen Dank der Firma, aber auch Richard Bolli, der den botanischen Teil der Exkursionen exzellent betreute.

Tagung

Ressortleitung: B. Meier

Schmerz und Rheuma ist eigentlich kein Hauptthema der Phytotherapie, dennoch fand dieses Thema ein grosses Interesse. Das neue Kongresszelt war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Trotz Provisorium in Baden kam eine gute Stimmung auf und auch in der Ausstellung herrschte regelmässiges Treiben. Als Gast durften wir Dr. Hans Stocker, Präsident der IKS, begrüssen.

Die Berichterstattung zur Tagung darf als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Der Tagungsbericht von Frau Gisela Pfister erschien in zahlreichen Fachzeitschriften, so z.B. bunt illustriert in der Zeitschrift für GanzheitsMedizin, in der Schweizer Apotheker Zeitung, in der Zeitschrift für Phytotherapie und natürlich in der neuen Schweizer „Phytotherapie“ aus dem Rosenfluh-Verlag. Auch Publikumszeitschriften (VGS Gesundheitsmagazin) berichteten über die Tagung, die jeweils auch auf der Homepage unmittelbar nach deren Abschluss umfassend dokumentiert wird.

Die Vorbereitungen zur Tagung 2001 liefen erfreulich reibungslos, trotz schwierigem Thema. Es konnten problemlos Referentinnen und Referenten gefunden werden, erfreulicherweise viele davon aus der Schweiz.

Vereinsnachrichten in "Forschende Komplementärmedizin"

Ressortleitung: Jean-Michel Jeannin

Die Vereinsnachrichten in unserem Vereinsorgan konnten regelmässig publiziert werden und widmeten sich wie gewohnt verschiedenen Themen. J.-M .Jeannin war für die Redaktion zuständig. Eine Ausgabe konnte dem 5-jährigen Jubiläum der UNION gewidmet werden (siehe dort).

Finanzen

Ressortleitung: A. Abegg

Die SMGP kann erneut eine weitgehend ausgeglichene Rechnung präsentieren. Neu geregelt wurde per 1.1.2001 das Anstellungsverhältnis mit E. Bacs. Die Anstellung läuft nun über 100%, vorher 60% mit Erfolgsbeteiligung. Die positive Entwicklung bei Mitgliederbeiträgen und Kurserträgen erlaubte diesen die Abrechnungen vereinfachenden Wechsel. Mit E. Bacs wurde vereinbart, dass sie trotz Erreichung des Pensionsalters im Juni 2002 der SMGP bis Ende 2004 zur Verfügung stehen wird. Bis dahin ist eine Ablösung zu planen, und es sind Reserven für eine Übergangsregelung zu schaffen. Der Finanzbedarf der SMGP wird deshalb steigen. Besondere Ausgaben gab es diesmal im Berichtsjahr keine.

Da in letzter Zeit vermehrt Unterlagen abgegeben wurden und die Aufwändungen generell gestiegen sind, wurde beschlossen, eine moderate Erhöhung der Kurs- und Tagungsgebühren per 2002 vorzunehmen.

Sponsoren

Ressortleitung: B. Meier.

Sehr zu Dank verpflichtet ist die SMGP den treuen Sponsoren, die im wesentlichen den Betrieb des Sekretariats und die Finanzierung der ESCOP-Aktivitäten ermöglichen. Ohne das Sekretariat wären die umfangreichen Aktivitäten der SMGP nicht denkbar. Dies ist in der heutigen Zeit der Stagnation, auch bei den Phytopharmaka, nicht selbstverständlich. Als neue Sponsoren sind folgende Firmen dazugestossen:

Finzelberg, Andernach (De) und

Iromedica, St. Gallen. Per 2002 folgt

IVF/Hartmann, Neuhausen

Wir begrüssen die neuen Sponsoren und danken für die Unterstützung.

Aus dem Sponsoring zurückgezogen hat sich die Firma Desopharmex, weil sie nicht mehr im Bereich der Phytotherapeutica tätig ist. Die Mitglieder sind aufgerufen, den Sponsoren gegenüber positive Signale auszusenden, z.B. bei Besuchen von Vertretern.

Die Zusammenarbeit mit den Sponsoren hat sich intensiviert. Der Präsident wurde von einigen Sponsoren zu sehr nützlichen Aussprachen eingeladen. Im Juli wurde einigen Sponsoren, um entstandene Missverständnisse auszuräumen, die Aufgaben, Aktivitäten und die Ziele der SMGP an der Universiät Zürich im Detail dargelegt. Daraus entstand eine Power-Point-Präsentation. Sie kann für SMGP-Werbezwecke eingesetzt werden und ist elektronisch oder auf Folien verfügbar (beim Präsidenten). Zudem wurde eine Aufgabenteilung zwischen SMGP und SVKH (Schweizerischer Verband Komplementärmedizinischer Arzneimittel) vorbesprochen. Die SMGP versteht sich demnach (was schon bisher der Fall war) als wissenschaftliche Gesellschaft. Siehe auch SVKH und Wissenschaft.

Gesundheits- und Berufspolitik/andere Gesellschaften

Ressortleitung: R. Eltbogen

UNION (Delegierte: Roger Eltbogen, Valerio Rosinus)

Die UNION feierte in Olten ihr 5-jähriges Bestehen. Der SMGP war an der kleinen Feier mit einer Vierer-Delegation (Anderes, Eltbogen, Meier, Rosinus) dabei, in der Folge wurde das Jubiläum auf der Vereinsseite in „Forschender Komplementärmedizin“ gewürdigt. Das Jahr hindurch gibt es regelmässige Kontakte zwischen dem Präsidenten und dem Sekretär der UNION, Max Küenzi. Bruno Anderes vertritt die SMGP im Vorstand der UNION.

BSV

Die Aktivitäten zur Evaluation der fünf komplementärmedizinischen Methoden durch das BSV ist in eine neue Phase getreten, indem die Verbände entlastet wurden und das BSV nun die ExpertInnen selbst berufen hat und somit auch finanziert. Als Expertin für Phytotherapie ist SMGP-Mitglied Margot Mütsch in der Planung der weiteren Aktivitäten dabei. Der Präsident wurde ausführlich interviewt zur Situation der Phytotherapie in der internationalen Literatur. Daraus entstand ein Basispapier, wie die vorgesehene Literaturstudie anzugehen ist. Für die Phytotherapie ergeben sich demnach am wenigsten methodische Probleme. Insgesamt sind die Fortschritte nicht sehr beeindruckend, die eigentliche Arbeit hat Ende 2001 immer noch nicht begonnen. Die Bereitschaft der SMGP-Ärzte an der geplanten Versorgungsstudie mitzumachen ist sehr hoch, leider konnten sie noch nicht mit Details versorgt werden und müssen mit ihrem Enthusiasmus zurückstecken.

Die neue ALT, an der eine Arbeitsgruppe im Vorjahr intensiv gearbeitet hat, soll nun am 1.1.2002 erscheinen und in Kraft treten. Auch da mahlen die Mühlen langsam.

Im laufenden Jahr wurden weitere Phytotherapeutica zumindest vorläufig in die SL aufgenommen. Die SMGP führt eine Liste der Phytotherapeutica in der SL, die unter Phytopharmazeutika regelmässig aktualisiert wird. Eine Dienstleistung für die Miglieder, aber auch für die Sponsoren. Leider beteiligen sich nach wie vor eine ganze Reihe von Firmen mit SL-Produkten nicht in der SMGP.

FFG (Delegierter: R. Eltbogen)

Das FFG (Forum für Ganzheitsmedizin) ist im Umbruch. Die Aktion pro Volksmedizin hat gezeigt, wie das FFG in Zukunft als politischer Arm der Komplementärmedizin funktionieren müsste. Es besteht nun die feste Absicht, das FFG in dieser Richtung zu positionieren. Die SMGP hat nach eingehenden Abklärungen an der Aktion teilgenommen und sich am Erfolg gefreut. Die hohe Zahl an Unterschriften, mit der die Petition in Bern überreicht werden konnte, zeigt, dass die Komplementärmedizin in der Bevölkerung gut verankert ist. Die SMGP unterstützt zusammen mit der UNION die Neuausrichtung des FFG.

SVKH (B. Meier, J.-M. Jeannin)

Es wurden Kontakte zum SVKH (http://www.ffg-forum.ch/SVKH/index_ie.html) geknüpft und in Zusammenarbeit teilweise auch mit der UNION Stellungnahmen zur Gruppenrevision Hypericum und Kawa-Kawa zuhanden der IKS und zu den vorgelegten Verordnungen des neuen Heilmittelinstitutes erarbeitet und eingereicht. Ferner hat die SMGP einen (unbeantworteten) Brief an das BSV gerichtet, indem der Arzneimittelkommission empfohlen wurde, die bis dato in den komplementärmedizinischen Teil der SL aufgenommenen Phytotherapeutica im Rahmen der durchgeführten Reevaluation zu bestätigen.

European Society for Classical Natural Medicine

An der letzten Hauptversammlung wurde prinzipell der Beitritt zu dieser Vereinigung beschlossen. Wir haben unser Bereitschaft diesbezüglich in einem Schreiben an die Gesellschaft bekundet, der Brief blieb bisher ohne Antwort, sodass der Beitritt derzeit nicht vollzogen ist. Wir werden versuchen bei Gelegenheit die Kontakte wieder aufzunehmen.

Wissenschaft

Ressortleitung: R. Saller/J.-M. Jeannin

Die SMGP-Studie mit Magentees bei dyspeptischen Beschwerden konnte abgeschlossen und im Kurs 2 im Oktober 2001 von Herrn F. Iten erstmals präsentiert werden. Ein Manuskript für „Forschende Komplementärmedizin“ ist in Vorbereitung. Damit gibt es unseres Wissens erstmals eine Studie mit Teezubereitungen.

Die längst geplante Teebaumölstudie ist immer noch nicht gestartet. Immerhin gibt es Fortschritte und im Jahr 2002 sollte nun ein Prüfplan erstellt werden können.

Vermehrt gibt die SMGP wissenschaftliche Kommentare ab und weist auf ihrer Homepage auf neue Publikationen und neue Indikationen hin, die z.B. von der IKS zugelassen werden. Die SMGP nahm Stellung (auf der Homepage unter Aktuell und in „Phytotherapie“) zur „Pfizer“-Studie mit Johanniskraut, die bekanntlich benutzt wurde, um die Wirksamkeit dieses hervorragend belegten Phytotherapeuticums in Frage zu stellen.

Die ethische Kommission (Präsident J.-M. Jeannin) gab im Verlauf des Jahres viel zu diskutieren. Die IKS sprach ihr die Anerkennung ab. Die SMGP wurde darüber nicht informiert und entnahm den Entscheid dem IKS-Bulletin. Es brauchte mehrere Telefonate und Briefe, bis eine verständliche und befriedigende Antwort vorlag. Problem ist das neue Heilmittelgesetz, das die Verantwortlichkeit über ethische Kommissionen an die Kantone delegiert hat. Die Kommission der SMGP agierte bisher als nationale Kommission ohne kantonales Standbein. Vorerst ist die ethische Kommission der SMGP inaktiv. Es bestehen Bestrebungen seitens der UNION eine komplementärmedizinische ethische Kommission mit einer Anerkennung in allen Kantonen zu etablieren. Voraussichtlich wird deshalb die SMGP-Kommission in die UNIONs-Kommission überführt. Dazu stehen Entscheidungen der Sponsoren und der Kommission selbst noch aus.

Kontakt zu anderen Gesellschaften der Phytotherapie und Arzneipflanzen-forschung

Ressortleitung:

Verwandte Gesellschaften: Beat Meier; ESCOP: Mareike Frater

Der Präsident und der ESCOP-Delegierte N. Linnenbrink sind im Beirat der Gesellschaft für Arzneipflanzenforschung und nehmen regelmässig an deren Veranstaltungen teil. Gemeinsam haben sie zuletzt an den Tagungen der Gesellschaft für Arzneipflanzenforschung Workshops zur Stabilitätsprüfung (Erlangen, 2001) und zur Validierung der Extraktherstellung (Zürich, 2000) durchgeführt.

Die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft nahm erneut als Gast an unserer Jahrestagung teil. Es besteht die Intention im Bereich der Ausbildung vermehrt zusammen zu arbeiten. So soll versucht werden, die Tagung 2002 so zu gestalten, dass sie in Wien wiederholt werden könnte.

Intensiv war erneut das Engagement der SMGP bei der ESCOP, vor allem im Bereich der Monographiearbeiten. Diese nehmen kein Ende, da infolge der positiven Entwicklung mit vielen neuen Publikationen bisherige Monographien überarbeitet werden müssen. Die Akzeptanz vor allem bei der EMEA ist deutlich zunehmend. Die Monographiearbeit müsste sich eigentlich auch positiv auf die Schweizer Evaluation auswirken. Da liegen bereits ausführliche Literatursammlungen vor, auf die Bezug genommen werden kann.

Sekretariat

Ressortleitung: E. Bacs

Das Sekretariat war auch in diesem Jahr bedingt durch gesteigerte Aktivitäten sehr gefordert. E. Bacs erledigte jedoch die anfallenden Arbeiten zuverlässig und prompt. Unermüdlich leistet sie einen grossen Teil der PR-Arbeit durch Auskünfte und Versand von Unterlagen. Das Sekretariat ist zudem Schaltstelle für mancherlei Auskünfte und Medienkontakte. Die Beschaffung eines neuen Fax/Druckers/Kopierers ermöglichte es viele Arbeiten rationeller durchzuführen. Die reibungslose Durchführung von Kursen und Tagungen ist ebenfalls E. Bacs zu verdanken. Der finanzielle Aufwand für ein optimal geführtes Sekretariat ist gut investiertes Geld.

Ausblick

Die SMGP ist ein Verein mit mittlerweile etablierten Strukturen und einem Angebot, das auf breiter Basis Anklang findet. Ein Entwicklungspotential ist weiterhin vorhanden, kann doch immer wieder festgestellt werden, dass viele ÄrztInnen und ApothekerInnen, die sich zur Phytotherapie äussern oder für Referate engagiert werden, (noch?) nicht Mitglieder sind. Vorläufig wächst die SMGP ohne spezielle Massnahmen zur Mitgliederwerbung. Mit der grösseren Zahl von Mitgliedern muss in Zukunft vermehrt mit Fluktuationen gerechnet werden.
Möglicherweise steht die SMGP jedoch vor grösseren Veränderungen. Die Intention, in Zukunft auch in der Romandie aktiv zu werden, beginnt sich dank der Unterstützung von Prof. Dr. Kurt Hostettmann und Christian Terreaux zu konkretisieren. Eine solche Erweiterung wird automatisch Veränderungen und eine Anpassung der Strukturen mit sich bringen.
Die Anforderungen an die SMGP werden auch in Zukunft wachsen. Die SMGP muss ihre Rolle als wissenschaftliche Mentorin der Phytotherapie jedenfalls wahrnehmen können, sei es im Kontakt mit dem neuen Heilmittelinstitut „SwissMedic“, sei es im Kampf um die Anerkennung durch das BSV (insbesondere Spezialitätenliste und ALT) oder sei es, um ungerechtfertigten Vorwürfen an die Phytotherapie zu kontern. Dazu braucht es die Unterstützung aller und einer breiten Mitgliederschaft.

Zürich, 8. November 2001
Der Präsident:
Beat Meier