Phytotherapie ist der konventionellen Medizin ebenbürtig!

Ergebnisse der 19. Schweizerischen Tagung für Phytotherapie: Evaluation Phytotherapie – eine Bilanz

Am 18.11.2004 referierten im Kongresszentrum TRAFO in Baden an der traditionellen Jahrestagung der Schweizerischen Medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie verschiedene Fachleute über Nutzen und Kosten der Phytotherapie im Vergleich zur konventionellen Medizin und kamen durchwegs zum Schluss, dass die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) der konventionellen Medizin ebenbürtig ist.
Prof. Dr. med. Volker Schulz, Berlin, verglich konventionelle Demenztherapien mit der Verwendung von Ginkgo-biloba-Präparaten und zeigte die finanziellen Vorteile der natürlichen Behandlungsweise auf.
PD Dr. André Busato, Bern, stellte als erstes Ergebnis des noch bis 2005 laufenden PEK (Projekt Evaluation Komplementärmedizin) der beiden PEK-Querschnittstudien vor. Er verglich die Behandlungsweise der Phytotherapie und das Therapieangebot phytotherapeutischer Praxen mit entsprechenden Angeboten der Schulmedizin. Die Phytotherapie schneidet durchwegs positiv, d.h. ebenbürtig, ab.
Dr. med. Peter Jüni, Universität Bern, unterstrich die Notwendigkeit von klinischen Studien als Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneipräparaten. Eine kritische Auswertung von verfügbaren Publikationen zeigt, dass die Phytotherapie ebenso wirksam ist wie die konventionelle Medizin (die auch als Schulmedizin bezeichnet wird).PD Dr. med. Klaus Linde, München, ging auf die widersprüchlichen Ergebnisse ein, die im Bereich der Phytotherapie, aber auch in der konventionellen Medizin, in den letzten Jahren von randomisierten Studien geliefert wurden und zeigte Gründe dafür auf.
Prof. Dr. med. Matthias Augustin, Hamburg, sprach über die Notwendigkeit der Evidenz in der Medizin im Allgemeinen und für die Phytotherapie im Speziellen und wies darauf hin, dass ob all der modernen Auswertungsverfahren die ärztliche Erfahrung nicht vernachlässigt werden kann, ansonsten die Medizin zahlreiche Krankheiten und Beschwerden in Zukunft mangels Therapiemöglichkeiten und Medikamenten nicht mehr behandeln kann.
Dr. med. Ursula Wolf, Zürich, stellte das Health Technology Assessment „Phytotherapie“ vor, dessen Ziel in der Evaluation und Beurteilung der Phytotherapie auf Basis publizierter Literatur lag. Die Studie zeigte, dass es zahlreiche Phytotherapeutika gibt, deren Wirksamkeit deutlich sichtbar ist. Als weiteres Resultat der Studie erwiesen sich die Phytotherapeutika als gut verträgliche Arzneimittel mit meist nur geringgradigen unerwünschten Nebenwirkungen. Von einigen Phytotherapeutika ist auch eine günstige Kosten-/Nutzen-Relation gezeigt werden.

In verschiedenen Impulsreferaten wurden über phytotherapeutische Grundbedürfnisse und Wünsche an die Zukunft aus der Sicht der Hausarzt-Phytotherapie (med. pract. Peter Frey), über die immer noch laufende Kostenstudie der Phytotherapie innerhalb des PEK, über die deswegen noch keine Aussagen gemacht werden können (PD Dr. André Busato), über die Tatsache, dass die Phytotherapie einerseits die Bedürfnisse der Wissenschaft erfüllt, andererseits aber trotzdem in akademischen Kreisen wenig anerkannt ist und nur wenig Forschungsgelder erhält (Prof. Beat Meier), sowie über die trotz mancher problematischer Aspekte vorhandene Notwendigkeit Evaluationsprojekte fortzusetzen (Prof. Dr. med. Reinhard Saller) gesprochen.

Der Preisträger des A.-Vogel-Preises zur Förderung der Phytotherapie, Prof. Matthias Hamburger, Basel, referierte über die Wiederentdeckung einer entzündungshemmenden Arzneipflanze, den Färberwaid (Isatis tinctoria) und stellte verschiedene Aspekte der Identifizierung und Wirksamkeitsüberprüfung der relevanten Inhaltsstoffe vor. Eindrücklich war dabei, wie mit modernsten Methoden traditionelles Wissen bestätigt werden kann.

SMGP-Medienstelle, 18.11.2004
3835 Zeichen inkl. Leerschläge
weitere Informationen:
SMGP-Medienstelle
www.smgp.ch
www.pekswiss.ch