Erfolgreiche 22. Schweizerische Tagung für Phytotherapie mit prominenten Teilnehmenden

Am 29. November veranstaltete die Schweizerische Medizinische Gesellschaft für phytotherapie (SMGP) im Kongresszentrum TRAFO in Baden die 22. Schweizerische Tagung für Phytotherapie. Die gegen 300 Teilnehmenden dokumentierten das grosse Interesse innerhalb der Ärzte- und Apothekerschaft an Phytotherapie, auch die Behörden (Swissmedic) und prominente Vertreter/innen befreundeter Gesellschaften aus dem In- und Ausland waren anwesend.

Für die 22. Tagung wählte der Organisator zum 22. Mal ein bisher nicht behandeltes Thema: Störungen der Mikrozirkulation: Phytotherapie zur Prophylaxe und Behandlung. Damit wird untermauert, in wie vielen verschiedenen Fachgebieten der modernen Medizin pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden können.

International anerkannte Fachleute haben mit wissenschaftlich hoch stehenden Referaten die Kompetenz der Phytotherapie bei entsprechenden Beschwerden dokumentiert. Prof. Reinhard Saller, Universitätsspital Zürich, sprach im Eröffnungsreferat der Tagung über die Bedeutung von Mikroangiopathien bei der Entstehung von Diabetes mellitus und das Potenzial antidiabetisch wirksamer Pflanzen. Prof. Günther Siegel, Institut für Physiologie Charité, Berlin, zeigte die Wirksamkeit von Ginkgo biloba bei peripheren und zentralen Durchblutungsstörungen durch Verbesserung hämorheologischer Effekte. Dr. med. Ernst Gröchenig, Chefarzt Angiologie Kantonsspital Aarau sprach über Therapiemöglichkeiten bei peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten: Bewährt haben sich auch in Europa komplexe Kombinationen von Arzneipflanzen aus der tibetischen Medizin.
Frau Dr. med. Isabella Sudano, Universitätsspital Zürich belegte den ungünstigen Einfluss der gesättigten Fettsäuren und der Trans-Fettsäuren auf die Bildung der Atherosklerose, und stellte ihnen die kardioprotektive Wirkung der ungesättigten Fettsäuren gegenüber. PD Dr. Kurt Hersberger, Institut für Klinische Pharmazie, Universität Basel hob die Bedeutung von Screenings in der Apotheke zur Früherkennung des Metabolischen Syndroms hervor, sowie der Compliance der Patienten in Bezug auf Umstellung der Ernährung und des Lebensstils.
Prof. Dr. med. Volker Schulz, Berlin, zeigte, dass die Arzneipflanzen Knoblauch, Artischocke und Kurkuma einen günstigen Einfluss auf den Lipidstoffwechsel haben und zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels beitragen können, Knoblauch auch auf altersbedingte Gefässverhärtungen. Andy Suter stellte Behandlungsmöglichkeiten der chrönisch-venösen Insuffizienz (CVI) mit Rosskastanienextrakten vor. Die Tagung beschloss PD Dr. med. Dr. h.c. Andreas Schapowal mit einem Referat, in dem er von seinen positiven Erfahrungen mit Ginkgo biloba bei Tinnitus berichtete, das durch Verbesserung der Mikrozirkulation die Selbstheilung fördert.

An der 22. Schweizerischen Tagung wurde Prof. Dr. Beat Meier, Dozent an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Geschäftsführer der SMGP für seine langjährigen Verdienste um die Phytotherapie der A.-Vogel-Preis 2007 verliehen. In seinem Referat zeigte Prof. Meier dass pflanzliche Arzneimittel die im heutigen Gesundheitswesen wichtigen Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllen.

Zum ersten Mal wurden an einer Schweizerischen Tagung für Phytotherapie auch von der UNION schweizerischer komplementärmedizinsicher Ärzteorganisationen 54 Ärzten/innen das Phytotherapieausweis UNION/SMGP verliehen.

SMGP, 29.11.2007
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