Sägepalme ist bei Prostata-Vergrösserung wirksam!

Pflanzliche Präparate mit Extrakten aus der Sägepalme (Serenoa repens) werden seit Jahren erfolgreich gegen die gutartige Vergrösserung der Prostata (BPH) eingesetzt und oft auch von Ärzten verschrieben. Zahlreiche klinische Studien (1) konnten die Wirksamkeit der Sägepalme bei dieser Erkrankung nachweisen. Trotzdem gibt es immer wieder Meldungen, die die Wirksamkeit der Sägepalme bei BPH in Frage stellen. Solche Berichte werden oft von Wissenschaftlern verbreitet, deren Fachkenntnisse in Phytotherapie (wissenschaftliche Pflanzenheilkunde) mangelhaft sind.

Vor einigen Tagen ist in der Zeitschrift „saldo“ (Nr. 3, 15.2.2012) ein Artikel erschienen, in dem die Aussage gemacht wird, dass Sägepalmen-Präparate gegen vergrösserte Prostata unwirksam, das heisst nicht wirksamer als ein Scheinmedikament (Plazebo) sind. Der Autor des Artikels beruft sich auf eine kürzlich erschienene, wissenschaftliche Studie in der amerikanischen Ärztezeitschrift JAMA (1) und auf eine 2009 erschienene Studie des unabhängigen Netzwerkes Cochraine Collaboration (1).
Dem Autor des saldo-Artikels sind zwei entscheidende Tatsachen entgangen:
Die JAMA-Studie wurde mit Patienten durchgeführt, die an Beschwerden der unteren Harnwege (LUTS: Lower Urinary Tract Symptoms) litten. Es wurde gar nicht überprüft, ob eine Prostatavergrösserung vorhanden war! LUTS haben aber oft auch eine andere Ursache als Prostatavergrösserung. Darum kann man von dieser Studie nicht auf die Wirksamkeit von Sägeplame schliessen!
Die im saldo-Artikel Cochrane-Studie bezweifelt tatsächlich die Wirksamkeit von Sägepalmen-Präparaten gegen die gutartige Prostata-Vergrösserung (BPH). Doch sie weist so erhebliche methodische Mängel auf, dass ihr wissenschaftlicher Wert unbrauchbar ist, obwohl sie vom angesehenen Cochrane-Netzwerk verfasst wurde! Verschiedene Artikel haben diese Mängel aufgezeigt (1).

Bei der Behandlung der BPH mit Sägepalmen-Präparaten ist es wichtig, dass betroffene Patienten ein Präparat einnehmen, dessen wirksame Inhaltsstoffe deklariert und standardisiert sind, und die Patienten sich von ausgewiesenen Phytotherapiefachleuten beraten lassen.

(1) Literaturangaben bei der SMGP auf Anfrage erhältlich..

SMGP, 22.02.2012
2232 Zeichen, inkl. Leerschläge
Weitere Auskünfte: SMGP Medienstelle oder www.smgp.ch