Evidence-based Medicine in der Phytotherapie
28. Schweizerische Tagung für Phytotherapie

An der 28. Schweizerischen Tagung für Phytotherapie der SMGP vom 21.11.2013 haben renommierte Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz im Kongresszentrum TRAFO in Baden mit zahlreichen Referaten den etwa 230 Teilnehmenden Evidenz-basierte Studien mit pflanzlichen Arzneimitteln vorgestellt. Dabei wurde wieder einmal der Mythos widerlegt, dass es keine Studien über die Wirksamkeit und Sicherheit pflanzlicher Arzneimittel gäbe, die den modernen Anforderungen entsprechen. PD Dr. med. Andreas Schapowal hat dies an einer Reihe von pflanzlichen Arzneimitteln der Schweiz gezeigt, ebenso Prof. Dr. med. Reinhard Rychlik anhand von Johanniskraut-Präparaten, Prof. Dr. med. Ralf Ihl am Beispiel von Ginkgo biloba, sowie die Gynäkologin Dr. med. Christine Bodmer mit der Traubensilberkerze. Bodmer hat erklärt, wann Sie bei menopausalen Beschwerden Traubensilberkerze einsetzt, und wann eine Hormonersatztherapie erforderlich ist. Das Referat von Dr. rer. nat. Marcus Reif befasste sich mit der immer wichtiger werdenden Studienplanung und der statistischen Auswertung der Resultate von klinischen Studien. Prof. Dr. med. Ralph Mösges stellte die Phyto-VIS-Datenbank vor, ein Projekt der Kooperation Phytopharmaka in Bonn und der SMGP, mit dem sie die Wirksamkeit und Sicherheit pflanzlicher Arzneimittel dokumentieren. Die Botanikerin und Buchautorin Maja Dal Cero zog den Bogen zur Volksmedizin und stellte den Schweizer Arzneipflanzen-Schatz im Verlauf der Geschichte vor. Prof. Dr. med. Karin Kraft setzte sich schliesslich kritisch mit medizinischen Leitlinien von Gremien und Ärztegesellschaften auseinander, in denen die Phytotherapie viel zu wenig gewürdigt wird.

SMGP, 22.11.2013
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