32. Schweizerische Tagung für Phytotherapie 23. November 2017 Campussaal Brugg
Phytotherapie in der Gynäkologie


Die 32. Schweizerische Jahresstagung für Phytotherapie war ausschliesslich von Frauen geprägt – entsprechend dem Tagungsthema "Phytotherapie in der Gynäkologie: Aus der Praxis – für die Praxis". Pharmazeutinnen und Gynäkologinnen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich referierten über Behandlungsmöglichkeiten mit Arzneipflanzen bei diversen frauenheilkundlichen Beschwerden.
Die Themen deckten fast das gesamte Spektrum der Gynäkologie ab. Dies waren Wechseljahrsbeschwerden, Einsatzmöglichkeiten von Phytoöstrogenen, Beschwerden in der Schwangerschaft, Behandlung von Stress und dessen Folgeerkrankungen, Harnwegsinfekte und Reizblase sowie Menstruationsbeschwerden – ein Beschwerdebild, das bisher völlig unterschätzt wurde. Sehr ermutigend waren die Erfahrungen mit phytotherapeutischen Behandlungen von Dysplasien und den Begleitsymptomen bei Brustkrebspatientinnen.
Alle Referentinnen betonten die Wichtigkeit eine auf die jeweilige Patientin individuell zugeschnittene Therapie auszuwählen. Dabei reicht es eben nicht nur die klinische Symptomatik heranzuziehen, sondern es gilt die gesamte Situation so gründlich wie möglich zu erfassen. Auch wurde aufgezeigt, dass man sich in der Medizin viel mehr mit den physiologischen Zusammenhängen und Zyklen beschäftigen muss, um eine situationsgerechte Therapie durchführen zu können. Häufig ergibt sich dann eine Kombinationstherapie aus verschiedenen Arzneipflanzenzubereitungen. So werden beispielsweise Pflanzen, die den Hormonhaushalt beeinflussen wie Mönchspfeffer, Traubensilberkerze oder Yamswurzel mit beruhigend wirkenden Pflanzen wie Melisse, Passionsblume oder Lavendel kombiniert.
Die Wichtigkeit dieses Themas und das Interesse daran zeigte sich an einer überwältigenden grossen Teilnehmerzahl von über 400.

Für Rückfragen: Dr. Beatrix Falch, Vizepräsidentin SMGP: bfalch@gmx.ch