SMGP/SSPM
Hauptversammlung 2007

Restaurant „Löwenzorn“ Gemsberg 2/4, 4051 Basel

Protokoll

1. Begrüssung durch den Präsidenten
Vorstand SMGP komplett: Roger Eltbogen, Christian Terreaux, Damien Decrey, Beatrix Falch, Reinhard Saller, Beat Meier
Ehrenmitglied (1): Valerio Rosinus
Stimmberechtigte Mitglieder (12): Anita Ankli, Kurt Bachmann, Barbara Haefelfinger, Mathias Hamburger, Jean-Michel Jeannin, Uwe Koetter, Jakob Maier, Rita Marusic, Ursula Schwotzer-Eberhard, Esther Staehelin, Regina Widmer, Christoph Züllig.
Total stimmberechtigt: 13
Gäste: Heinz Bosshard (Zeller AG), Bettina Wild (Dixa AG), Thomas Erzinger (Schwabe AG), Zum Schlussteil der Versammlung: Walter Stüdeli (Initiative pro Komplementärmedizin).

RE begrüsst Professor Mathias Hamburger, Dozent für Pharmazeutische Biologie an der Universität Basel, Ehrenmitglied Valerio Rosinus sowie die Gäste aus der Industrie ganz besonders.

Entschuldigt haben sich: Loise Baeriswyl, Stephan Becker, Jürgen Blome. Evelyne Brauchli, Marijke Frater, Peter Frey, Helen Gerritsma-Schirio, Karin Good, Ueli Honegger, Otto Knüsel, Clifford Kunz, Jörg Melzer, Monica Mennet-von Eiff, Patricia Ochsner, Willi Schaffner, Elisabeth Sulger-Büel, Rolf Weber und die Firmenvertreter Cédric Giroud, Meda-Pharma, Hanspeter Häfliger, Schwabe AG und Sabine Wunderlin, Biomed AG. Leider ergab sich eine Terminkollision mit einem Ärztetag bei Weleda, weshalb sich die Mehrzahl der Mitglieder aus der Weleda entschuldigen lassen musste.

2. Wahl der Stimmenzähler, Grussworte allfälliger Gäste von anderen Verbänden.
Valerio Rosinus und Regina Widmer werden als Stimmenzähler gewählt.
Von anderen Verbänden ist kein Vertreter anwesend.

3. Abnahme des Protokolls der 17. Hauptversammlung vom 30.03.2006
Das auf www.smgp.ch publizierte Protokoll wird ohne Einwand genehmigt..

4. Jahresbericht des Präsidenten und der Geschäftsstelle.
Der Jahresbericht wurde auf der Homepage der SMGP publiziert und vom Präsidenten unter Erläuterung der Schwerpunkte zusammengefasst. Er erläutert insbesondere die neusten Entwicklungen bezüglich Ausweis SMGP/UNION, zu dem bereits in Forschender Komplementärmedizin und in GanzheitsMedizin berichtet wurde. Der Ausweis ist in Absprache mit der FMH bezüglich der Anforderungen einem FMH-Ausweis gleichgestellt. Die Zertifikatsträger haben vor kurzem ein Schreiben erhalten, mit dem sie den Antrag auf den neuen Ausweis stellen können. Die von Roger Eltbogen dazu erstellte „Standespolitische Analyse“ wurde an der Versammlung aufgelegt und kann hier herunter geladen werden. RE rief dazu auf, diesen Antrag unbedingt zu stellen. Erfreulicherweise ist der Rücklauf bisher gut.
Rückfragen zum Jahresbericht wurden vor allem im Zusammenhang mit der Auswertung des Projekes Evaluation Komplementärmedizin gestellt. B. Meier erläuterte noch einmal die Probleme rund um den Health Technology Assessment Report HTA. Die vorgesehene Publikation einer Kurzfassung in Forschender Komplementärmedizin konnte von der SMGP aus qualitativen Gründen nicht unterstützt werden. Siehe dazu die Kommentare auf der Homepage www.smgp.ch sowie auf der Vereinsseite Forschende Komplementärmedizin Heft 5/2006. Sämtliche PEK-Daten sind auf der SMGP-Homepage über die Rubrik Forschung zugänglich.
RE wies zudem auf eine Stagnation der Mitgliederzahlen im letzten Jahr hin. Erstmals wieder wurden Streichungen von Mitgliedern nötig. Gemäss Statuten erfolgt der automatische Ausschluss bei zwei ausstehenden Mitgliederbeiträgen. Der Vorstand bemüht sich um jedes Mitglied, ab einem gewissen Punkt stehen jedoch Aufwand und Ertrag nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis. Die Streichungen hatten zur Folge, dass erstmals seit Jahren keine Entwicklung nach oben registriert werden konnte. Es bräuchte die Anstrengung aller, um diesen Trend wieder umzukehren. Motto: Mitglieder werben Mitglieder!
Jahresberichte der Komitees aus der Romandie und Deutschschweiz.

Deutschschweiz: BF gibt einen kurzen Überblick über die Kursevaluationen, die im Allgemeinen sehr gut ausfallen. Sie schildert an Beispielen die Diskrepanz bezüglich Anforderungen seitens der Teilnehmer, die vor allem phytotherapeutische Praxis wünschen und den Verbänden, die Fort- und Weiterbildung zertifizieren, die ihrerseits den Einbezug der allgemeinen Praxis fordern. Sie muntert die Anwesenden auf weitere Arbeitsgruppen zu bilden. Als Modell gilt das Gyni-Netzwerk Herbadonna initiiert von Regina Widmer und BF. Für solche Aktivitäten eignen würden sich z.B. die Bereiche Dermatologie und Pädiatrie. Im Rahmen solcher Interessengruppen kann die gewünschte Praxiserfahrung gegenseitigen in kleinen, persönlichen Gremien ausgetauscht werden. Zudem weist sie auf den neuen Zirkel hin, der jeweils in Zürich am Universitätsspital die Zertifikatsträger zur gemeinsamen Diskussion zusammen bringt. Ein solcher Zirkel wurde an der letzten Jahresversammlung angeregt und dank der Initiative von RS, Peter Frey und BF ins Leben gerufen. Termine auf www.smgp.ch. Ausserdem stellt sie kurz die neu gegründete Arbeitsgruppe „SMGP-vet – Fachbereich Phytotherapie in der Veterinärmedizin“ vor.
Romandie: Christian Terreaux berichtet von den Aktivitäten der Romandie (SSPM) und bedauerte, dass kein Mitglied aus dieser Sektion den weiten Weg nach Basel gewagt hat. Die Kurse sind nun im zweiten Zyklus, der Zuspruch ist weiterhin mit rund 50 Teilnehmenden sehr gut. Auch die zweite Tagung 2ème Journée romande de Phytothérapie médicale konnte mit grossem Erfolg im März durchgeführt werden. Die Mitgliederentwicklung in der Romandie verlief anders als in der Deutschschweiz positiv, wobei die Mitgliederfluktuation in letzter Zeit recht gross geworden ist. Viele treten bei um von Vergünstigungen bei Fort- und Weiterbildung zu profitieren und nicht mit dem Solidaritätsgedanken, die Phytotherapie zu unterstützen.

5. Abnahme der Jahresrechnung 2006
CB präsentiert die Jahresrechnung, die mit einem Vorschlag von 23602.56 abgeschlossen werden konnte. Nicht budgetierte Mehrerträge aus den Kursen und Tagungen von 2005, die bei der letzten Jahreswende noch nicht in die Rechnung mit einbezogen worden waren, führten zu diesem unerwarteten, deutlich über Budget liegenden Resultat. Im Übrigen bewegten sich die meisten Positionen im Rahmen des Budgets bei erhöhtem Aufwand für den Vorstand, der aber bereits eingeplant war. Rückfragen gibt es nur bezüglich der Beträge für die Sozialversicherungen der Geschäftsstelle (siehe auch Budget). Eine Nachprüfung ergab mittlerweile jedoch, dass alles korrekt verbucht ist. Die Rechnung wird schliesslich auf Antrag der Revisorinnen Rita Marusic und Ursula Schwotzer nach Verlesen des Revisorenberichtes genehmigt. Dem Vorstand wird per Akklamation Décharge erteilt.

6. Wahlen:
Es liegt der Antrag auf Wiederwahl vor:
a) des Präsidenten: Dr. med. Roger Eltbogen.
b) des Vizepräsidenten: Dr. pharm. Christian Terreaux.
c) des Leiters der Geschäftsstelle: Prof. Dr. sc. nat. Beat Meier.
d) der übrigen Vorstandsmitglieder: Dr. pharm. Christoph Bachmann, Dr. med. Damien Decrey, Dr. sc. nat. Beatrix Falch, Prof. Dr. med. Reinhard Saller.
e) der Revisorinnen Rita Marusic und Ursula Schwotzer
Alle Kandidierenden werden per Akklamation in ihrem Amt für zwei weitere Jahre bestätigt. Die Wahl des Präsidenten wird vom Geschäftsstellenleiter durchgeführt, der RE für seinen Einsatz und die gute Zusammenarbeit dankt. RE lobt seinerseits den Einsatz der Geschäftsstelle für sämtliche Anliegen der Gesellschaft.

7. Budget 2007 und Festlegung des Jahresbeitrags.
Das Budget sieht einen Rückschlag von 27000 Franken vor. CB weist darauf hin, dass höhere Kosten für ESCOP zu erwarten sind (Teilrückzug Bogar von der bisher sehr grosszügigen Finanzierung), infolge Neuorganisation die Kosten für die Homepage steigen und neu die SMGP-vet dazu kommt. In Letztere muss vorerst investiert werden in der Hoffnung auf einen Rücklauf mit mehr Mitgliedern. Ein erster Erfolg ist bereits da, indem dank den Veterinären Kurs 1 2007 in Engelberg durchgeführt werden kann. BM weist darauf hin, dass die Einnahmen vorsichtig budgetiert worden sind, die Ausgaben hingegen auch Eventualitäten berücksichtigen und dass es keinen Sinn macht, wenn die SMGP Geld hortet. Der Ertrag von 2007 hat dazu geführt, dass die SMGP diesen Rückschlag – sollte er eintreffen – über die Reserven problemlos verkraften kann. Sollte sich der Mehraufwand längerfristig bestätigen wird der Mitgliederbeitrag zur Diskussion gestellt werden müssen.
Die an der Versammlung verlangte Überprüfung der Position AHV/ALV ergab mittlerweile, dass hier mit 2000 Franken weniger Aufwand zu rechnen ist. Bei der Übernahme der Vorjahresposition ging vergessen, dass Nachzahlungen von 2005 mit dabei waren. Der Rückschlag reduziert sich somit auf 25000 Franken.

8. Ernennung eines Freimitglieds auf Antrag des Vorstandes.
Dr. Matthias Epper ist Zertifikatsträger, musste wegen schwerer Krankheit seine Praxistätigkeit aufgeben. Gemäss Statuten hat er Anrecht auf Freimitgliedschaft. Matthias Epper wird zum Freimitglied ernannt.

9. Jahresprogramm 2007 und Vorschau auf 20 Jahre SMGP 2008.
Das Jahresprogramm 2007 ist bereits seit längerer Zeit auf der Homepage publiziert. Der in der Deutschschweiz erstmals durchgeführte Kurs Pädiatrie war sehr gut besucht. Mit mehr als 50 Teilnehmenden war die Pädiatrie auch in der Romandie ein Erfolg. Regina Widmer weist auf die regelmässigen Datenkollisionen hin zwischen Sommerexkursion und dem alljährlich stattfindenden Gynäkologie-Kongress. BM berichtet über die zuletzt vergeblichen Bemühungen, diesem Problem auszuweichen und die terminlichen Schwierigkeiten mit den v.a. in der Ostschweiz bereits anfangs Juli beginnenden Sommerferien.
BM kann als Neuigkeit einen Entwurf des Programms für die Jahrestagung vom 27.11.2007 in Baden zum Thema „Störungen der Mikrozirkulation: Phytotherapie zur Prophylaxe und Behandlung“ vorlegen. Das Programm erscheint demnächst auf der Homepage. Er rief dazu auf, sich bereits jetzt anzumelden. Ebenfalls wurde ein Entwurf für das Jahresprogramm 2008 abgegeben. Dieses erscheint demnächst auf der Homepage. Das Jubiläumsjahr 2008 „20 Jahre SMGP“ soll am 30./31. Januar mit einer Tagung an der Hochschule Wädenswil zum Thema „Arzneipflanzenforschung in der Schweiz“ lanciert werden. Dahinter steckt die Idee, diese Disziplin und damit auch die Phytotherapie generell bei Medien, Behörden und Forschungsinstitutionen wieder vermehrt ins Gespräch zu bringen.

10. Ziele und Strategien der SMGP nach PEK.
BM und BF berichten nur kurz über dieses Traktandum. Derzeit ist noch zuviel im Fluss, als dass die Anpassung des Leitbildes und des Strategiepapiers schon hätte abschliessend erfolgen können. Das Jubiläumsjahr erscheint sinnvoll für eine Revision dieser Unterlagen, die der SMGP/SSPM Richtschnur für die Ausrichtung in den nächsten fünf Jahren sein sollen.

11. Initiative „Ja zur Komplementärmedizin“: Zwischenbericht von Walter Stüdeli.
Walter Stüdeli präsentiert einen eindrücklichen Bericht zum Thema Initiative und was diese dank ihrer Popularität alles schon ins Rollen gebracht hat. Komplementärmedizin ist trotz der politischen Torpedierung in der Schlussphase von PEK immer wieder Thema in der Bundespolitik und damit in den Medien. Zuletzt gab es dazu mehrere parlamentarische Vorstösse. Ein Stimmungswandel scheint im Gang, wobei es kaum so weit kommt, dass sich das Parlament hinter die Initiative stellen wird. Die Formulierung „umfassende Berücksichtigung der Komplementärmedizin“ löst Ängste aus, da hohe Kosten befürchtet werden. Besorgt sind die SMGP-Mitglieder wegen der Motion Erika Forster (Ständerätin, St.Gallen), die verlangt, dass überprüft wird, ob nicht doch die Anthroposophische Medizin, die Homöopathie und die Traditionelle Chinesische Medizin im Rahmen des PEK den WZW-Nachweis erbracht haben. Wieso hier die Phytotherapie nicht auftaucht, konnte Walter Stüdeli nicht erklären. Ein Grund für die Auswahl von Frau Forster könnte der fehlende FMH-Ausweis sein. Die Versammlung zeigt sich erstaunt, dass die unsägliche Diskussion um diesen Ausweis immer noch nicht ausgestanden ist und die Phytotherapie einmal mehr zwischen Stuhl und Bank zu fallen droht. Walter Stüdeli schlägt vor, eine Motion zugunsten der Phytotherapie zu lancieren (wird in Zusammenarbeit mit RE geprüft) und einen Neuantrag auf Aufnahme in den Leistungskatalog zu stellen, sobald die vom BAG angekündigte Revision des Handbuchs abgeschlossen ist und die neuen Kriterien bekannt sind. Der Vorstand wird diese Ideen weiter verfolgen. Stüdeli weist auch auf den enormen Finanzbedarf hin, den ein Abstimmungskampf kosten wird. Sollten die Therapierichtungen wieder in den Leistungskatalog aufgenommen, eine Strategie für die nationale Anerkennung der Therapeuten erkennbar und das Heilmittelgesetz bezüglich erleichterter Zulassung klarer formuliert werden, steht allenfalls ein Rückzug der Initiative zur Diskussion. So weit ist es allerdings noch lange nicht. Auch die Initiative hat eine eigene Homepage. Zum Abschluss der Diskussion dankt RE Walter Stüdeli für die Bereitschaft direkt aus erster Hand über die Initiative zu informieren.

12. Varia.
Infolge fortgeschrittener Zeit wird zugunsten des Apéros auf das Traktandum Varia verzichtet. Roger Eltbogen dankt zum Abschluss der Sitzung den Teilnehmenden für ihr Interesse und Jean-Michel Jeannin sowie seiner Frau Helene für die perfekte Organisation in der „schönsten Stadt der Welt“.

Die nächste Hauptversammlung findet am 13. März an der Universität in Bern statt. Eingeladen hat Prof. Dr. Rudolf Brenneisen. Das Rahmenprogramm wird dem berühmten, um 1900 in Bern tätigen Pharmakognosten Alexander Tschirch gewidmet.

Basel/Wädenswil, 18. Mai 2007
Der Protokollführer:

Prof. Dr. sc. nat. Beat Meier
Geschäftsleiter SMGP