Einleitung
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat sich die Phytotherapie aus dem Schattendasein einer traditionell bewährten, aber kaum mehr beachteten Therapierichtung zu einer wissenschaftlich diskutierten Therapieergänzung der modernen Medizin entwickelt. Aber auch aufgrund des steigenden Interesses seitens der PatientInnen an naturheilkundlichen Behandlungsmethoden ist es für ÄrztInnen sowie für ApothekerInnen von Wichtigkeit, sich zumindestens in der Phytotherapie Wissen anzueignen. Im Gegensatz zur Anzahl der zugelassenen pflanzlichen Arzneimitteln ist die Kompetenz vieler ÄrztInnen und ApothekerInnen in der Schweiz im Umgang mit den vielfältigen Möglichkeiten der qualifizierten Anwendung der Phytotherapie noch vergleichsweise gering.

Weiterbildung
Die SMGP (Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie) bietet ÄrztInnen, ApothekerInnen und an Phytotherapie interessierten NaturwissenschaftlerInnen eine Weiterbildung in Phytotherapie (Kursprogramm mit 11 Kursen, Exkursionen und Tagungen in einem 3-jährigen Zyklus). Diese Kurse sind stark auf die Praxis ausgerichtet, im Ausbildungsstil aber "postgraduated", mit offener Diskussion über verschiedene Therapieansätze und nicht fixierten Lehrbuchmeinungen. Damit versucht die SMGP an die jahrtausendalte Tradition der Phytotherapie anzuknüpfen, unter gleichzeitigem Bezug zur heutigen Zeit und zur modernen wissenschaftlichen Medizin. (s. hierzu „Reglemente Weiterbildung")

Die Anerkennung der Phytotherapie als moderne Wissenschaft wird durch die jährlich im Herbst stattfindenden Schweizerischer Jahrestagungen für Phytotherapie in Baden und die zuzsätzlich neu alle zwei Jahre stattfindenden Phytotherapietagungen in Lausanne gefördert. Hierzu werden namhafte ReferentInnen aus ganz Europa eingeladen, und die Tagung steht allen Berufsgattungen offen. Damit entstehen zahlreiche Kontakte zwischen Grundlagenforschung, Phytopharmakaherstellern, ApothekerInnen und tätigen PhytotherapeutInnen.

Bestandteil des Weiterbildungszyklus sind auch die zweimal jährlich durchgeführten Exkursionen, die die Beziehung des Menschen zur lebendigen Natur, speziell zur Pflanzenwelt fördern sollen.

Der Ausbildungszyklus wird mit einer Diplomarbeit abgeschlossen (s. hierzu „Reglemente Weiterbildung") und führt dann zum Erhalt des „Phytotherapie-Zertifikats SMGP". Dieses Zertifikat können nur SMGP-Mitglieder erhalten. Es wird kostenfrei vergeben (offizielle Vergabe an den Jahrestagungen).

Für ApothekerInnen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, auf der Grundlage dieses „Phytotherapie-Zertifikats SMGP" den „Fähigkeitsausweis FPH in Phytotherapie" bei der FPH (s. Reglemente „Fähigkeitsausweis FPH in Phytotherapie") gegen eine Gebühr zu beantragen.

Für ÄrztInnen besteht neu seit Juli 2006 die Möglichkeit, ebenfalls auf der Grundlage des „Phytotherapie-Zertifikats SMGP" den "Ausweis der UNION/SMGP Phytotherapie" bei der UNION (s. Reglemente "Ausweis der UNION/SMGP Phytotherapie") gegen eine Gebühr zu beantragen.