Vets2009 - Workshop Phytotherapie

Bereits zum zweiten Mal in Folge fand anlässlich des Jahreskongresses der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST), der Vets2009, ein Workshop zur Phytotherapie statt. In Anlehnung an das Tagungsthema wurden Vorträge rund um den Kopf verschiedener Tierarten gehalten. Einführend stellte Matthias Hamburger, Pharmazeut und Vorsteher des Departements für Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Basel, Arzneipflanzen vor, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und Wirkmechanismen im Kopfbereich Anwendung finden. Cäcilia Brendieck-Worm, phytotherapeutisch praktizierende Tierärztin aus Rheinland-Pfalz, referierte anschliessend über Arzneipflanzenauszüge zur Behandlung entzündlicher Veränderungen der Kopfschleimhäute. Mit der Methode der Inhalation, die sowohl in der Praxis als auch als Nachbehandlung durch den Tierhalter zu Hause einfach durchgeführt werden kann, ist es möglich pflanzliche Wirkstoffe wesentlich direkter und effektiver an die Kopfschleimhäute zu bringen als mit irgend einer anderen Verabreichungsart. In ihrem zweiten Vortrag, der die nachmittäglichen Teil des Workshops eröffnete, ging Cäcilia Brendieck Worm auf Behandlungsmöglichkeiten von Demenzerkrankungen beim Hund ein. Im Anschluss an ein einführendes Fallbeispiel von Michael Walkenhorst zur Behandlung einer einseitigen eitrigen Bindehautentzündung einer Kuh wurde als zweites Referat des Nachmittags die Ophthalmologie thematisiert. Gemeinsa m stellten die Veterinärophthalmologin Bettina Schröter und der phytotherapeutisch praktizierende Humanophthalmologe Markus Schreier wichtige Augenerkrankungen und deren Behandlungsoptionen auf Arzneipflanzenbasis vor. Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte Ophélie Christen-Clottu Auszüge aus den positiven Resultaten ihrer Dissertation zur Therapie des equinen Sarkoids mit dem Mistelextrakt ISCADOR® P (viscum album austriacus). Schwerpunkt der Betrachtung lag hierbei auf der bisher nur schwer therapierbaren Kopfform dieser Erkrankung.

Rund 30 Teilnehmer besuchten diesen interdisziplinären Workshop und umrahmten ihn mit regen Diskussionen.

Michael Walkenhorst