Vet-Komplett – Phytotherapie von Jungtierkrankheiten schliesst erste SMGP-Kursreihe mit veterinärmedizinischem Zusatzprogramm ab

Am 13. September 2007 konnte erstmalig ein Weiterbildungskurs der SMGP (Thema Verdauung) um ein veterinärmedizinisches Zusatzprogramm erweitert werden. Seither wurde ein solches an jedem weiteren Kurs durchgeführt. Zwischen 10 und 15 Zuhörer interessierten sich jeweils für die insgesamt 11 ein- bis eineinhalbstündigen veterinärphytotherapeutischen Themenschwerpunkte. Zum Abschluss der Kursreihe standen am 21.01.2010 die Jungtiere im Mittelpunkt.
Cäcilia Brendieck-Worm, die Leiterin der Arbeitsgruppe Phytotherapie der deutschen Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin (GGTM), widmete sich in ihrem Vortrag der phytotherapeutischen Behandlung in der Veterinärneonatologie sowie bei heranwachsenden Hunden und Katzen. Im ersten Teil ihres Vortrages stand allerdings noch das trächtige Muttertier im Zentrum. Mit Ätherischöldrogen, Bitterstoffdrogen oder pflanzlichen Quellstofflaxantien kann hier das Muttertier bei dyspeptischen Beschwerden, Opstipationen oder Störungen der Vaginalflora  unterstützt werden. Ätherischöldrogen sind allerdings für Katzen aufgrund der den Feliden eigenen Glukuronidierungsschwäche nicht geeignet. Unter der Geburt gibt es ebenfalls Möglichkeiten das geschwächte Muttertier zu stärken. Coffea – verabreicht in Kombination mit Zucker und Sahne - ist hier ein bewährtes Mittel, das mit einem eindrücklichen Fallbeispiel dokumentiert wurde.
Im zweiten Teil des Vortrages standen das Neugeborene und das Jungtier im Mittelpunkt. Phytotherapeutische Atemstimulantien gehörten dabei genauso zum vorgestellten  therapeutischen Repertoire, wie Immunstimulanzien und Arzneipflanzen zur Anwendung bei Verdauungsstörungen junger Hunde und Katzen. 
Michael Walkenhorst legte im zweiten Vortrag des veterinärmedizinischen Zusatzsprogramms seinen Schwerpunkt auf die Kälber. Zu der ohnehin bei der Geburt noch vollständig fehlenden Immunkompetenz der Kälber kommt erschwerend hinzu, dass insbesondere Mastkälber oftmals schon sehr frühzeitig den Geburtsbetrieb verlassen und mit Kälbern anderer Bestände gemischt transportiert und aufgestallt werden. Mithilfe von Paramunitätsinducern wird versucht die körpereigene Abwehr zu aktivieren. Zwei Studien aus den 1990iger Jahren mit einem in Deutschland zugelassenen Veterinärphytotherapeutikum zeigen positive Resultate. Gegenüber der Placebogruppe waren die Krankheitstage in der Verumgruppe von 8.4 auf 4.5 reduziert.
Mit dem Kurs 2 am 06. Mai 2010 (Thema Verdauung) startet nun die zweite Kursreihe der SMGP-Weiterbildung mit veterinärmedizinischem Kursprogramm. Das SMGP-vet  Komitee hofft auch für diesen Durchgang auf rege Teilnahme.

Cäcilia Brendieck-Worm, die Leiterin der Arbeitsgruppe Phytotherapie der deutschen Gesellschaft für ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) - Zusammenarbeit über die Grenzen

Michael Walkenhorst - Kälber im Fokus

Leider verfolgte nur eine kleine Truppe den spannenden Veterinärworkshop - die Gruppe bräuchte weitere Interessenten.