Bericht von Kurs 2: Bitter- und Gerbstoffdrogen

Durchfallerkrankungen sind bei jungen Nutztieren von grosser Bedeutung und nicht zuletzt eine der häufigsten Todesursachen in diesem Bereich. Im Mittelpunkt der Therapie steht die Rehydratation. Die orale Rehydratation kann durch die Verabreichung von Tees erfolgreich unterstützt werden. Michael Walkenhorst stellte vor diesem Hintergrund die Gerbstoff- und Ätherischöldrogen vor, die hierbei zum Einsatz kommen. Im Anschluss ging der Referent auf die Stoffwechselstörungen von Milchkühen ein. Aufgrund der hohen Milchleistung sind diese vor allem im ersten Drittel der Laktation stark beansprucht. Sowohl für den Verdauungstrakt als auch für die Leber bedeutet dies eine erhebliche Belastung. Bitterstoffdrogen wurden vorgestellt, die vor allem zur Anregung der Drüsen des Verdauungstraktes und zur Anregung der Pansentätigkeit dienen. Auch die Mariendistel gehört als leberschützende Droge zum veterinärphytotherapeutischen Repertoire bei Stoffwechselstörungen.
Die Konstipation ist in der Pferde- und Kleintierpraxis eine regelmässige Indikation. Maya Bräm stellte in ihrem Referat vor, wie mit Arzneipflanzen insbesondere bei milden Fällen hier Abhilfe geschaffen werden kann. Voraussetzung dabei ist selbstverständlich das Vorliegen eines nicht-chirurgischen Falles und die Durchlässigkeit der Darmpassage. Sowohl Quellmittel als auch karminativ wirkende Drogen und anthrachinonhaltige Laxantien wurden mit ihren unterschiedlichen Indikationen vorgestellt.