Zwei Mal Phytotherapie in der Veterinärmedizin in Berlin

Treffen des Arbeitskreises Phytotherapie der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (AK-Phyto) in Berlin
Am 28. und 29. August traf sich der AK-Phyto, in dem ja einige SMGP-vet Mitglieder vertreten sind, zu seinem jährlichen Workshop, der dieses Mal in Berlin stattfand. Der AK-Phyto durfte bereits zum zweiten Mal Gast sein bei Professor Matthias Melzig im Institut für Pharmazie und Pharmazeutische Biologie der Freien Universität Berlin. Das Thema lautete „Fakten und Mythen zur Toxizität von Phytotherapeutika“. In zahlreichen Vorträgen und Fallbeispielen wurden phytopharmakologische Arzneimittelrisiken erläutert und diskutiert. Es wurde aber auch auf Risiken hingewiesen, die einzig aus dem nicht sachgerechten Umgang mit Arzneimitteln herrühren, was ja nicht die Phytotherapeutika allein betrifft. Deutlich wurde allerdings auch, dass nicht selten das phytopharmakologische Risiko erheblich überbewertet wird und wurde. Als regulatorische Folge einer solchen Überbewertung ging nicht selten die Arzneipflanzen dem Heilmittelschatz gänzlich verloren.
Abgerundet wurde das AK-Phyto-Treffen durch den Besuch der Heilpflanzen des botanischen Gartens Berlin.

Veterinärphytotherapie am 58. International Congress and Annual Meeting of the Society for Medicinal Plant and Natural Product Research in Berlin
Vom 30. August bis zum 01. September trafen sich fast 1000 Forscherinnen und Forscher aus aller Welt in Berlin um sich zu aktuellen Ergebnissen rund um die Arzneipflanze auszutauschen, auch die SMGP war vertreten.
Die Phytotherapie ist für den grössten Teil der Weltbevölkerung nach wie vor die erste und für viele auch die einzige Wahl. Mit der Ressource „Arzneipflanze“ wird dabei leider genauso nicht nachhaltig umgegangen wie mit allen anderen natürlichen Ressourcen auch. Erfreulicherweise gibt es nach wie vor Wissenschaftler die sich mit Pflanzenextrakten und deren Wirkung in vitro und in vivo beschäftigen. Klinische Studien zu Arzneipflanzen waren auf der Tagung jedoch eher selten zu finden…
…dafür waren aber alle (drei) vorgestellten tiermedizinischen Studien klinische Studien. Werner Hagmüller konnte mit einer Arbeit zu Absetzferkeln zeigen, dass die kräutergefütterten Tiere deutlich weniger Durchfallsymptomatik aufwiesen als die Placebotiere, wenngleich sich dies nicht in einer grösseren Tageszunahme widerspiegelte. Michael Walkenhorst stellte die Wirkung eines Kräuterfutters auf die Fruchtbarkeit und Langlebigkeit von Milchkühen dar. Bei einer leicht verlängerten Zwischenkalbezeit lag die Überlebensrate der kräutergefütterten Kühe erheblich über der der Placebotiere. Im einzigen tiermedizinischen Vortrag berichtete Ophélie Christen-Clottue von der guten Wirksamkeit des Mistelpräparates ISCADOR® P in der Therapie des equinen Sarkoids. Die Heilungsraten nach der Misteltherapie lagen bei dieser allgemein als schwer therapierbar geltenden Erkrankung deutlich und signifikant über denen der Placebogruppe