Phytotherapeutische Ansätze in der Veterinärdermatologie

SMGP-Veterinäre richten bei der VETS 2010 der Jahrestagung der GST (Gesellschaft Schweizer Tierärzte) in Fribourg einen Workshop aus

In der von Michael Walkenhorst moderierten Veranstaltung wurden phytotherapeutische Ansätze in der Veterinärdermatologie vorgestellt. Um einen grundlegenden Einstieg ins Thema zu geben, war  Ute Wölfle, Diplombiologin vom Kompetenzzentrum Skintegral® der Universitätshautklinik Freiburg im Breisgau, eingeladen. Die Heilpflanzenexpertin gab einen umfassenden Überblick über die innerhalb der Dermatologie bewährt verwendeten Pflanzen. In ihrem, Referat wurden unter anderem  Ringelblume (Calendula officinalis)  Zaubernuss (Hamamelis virginianae), Stiefmütterchen (Viola tricolor), aber auch  Nachtkerze (Oenothera biennis), Melisse (Melissa officinalis), Johanniskraut (Hypericum perfoliatum) und  Beinwell (Symphytum officinalis) angesprochen. Interessant waren auch die Hinweise zur Birkenrinde, die bei aktinischer Keratose hilfreich wirken kann, sowie dem Färber-Wau (Reseda luteola) der einen pflanzlichen Lichtschutz vor UVB-Strahlen bieten kann.

Hierauf folgte eine Übersicht von Ulrike Biegel (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) über die Therapiemöglichkeiten mit Mistelpräparaten (Iscador®, quercus praepartum) bei verschiedenen Hauttumoren sowie Tumoren des Gesäuges von Hund und Katze. Es wurden sowohl Studien als auch Kasuistiken zur topischen, oralen, sowie zur allgemein üblichen Injektionstherapie angesprochen.

Maja Bräm, die in Basel eine Praxis für Verhaltens- und Pflanzenmedizin führt, gab einen Einblick in die phytotherapeutische Behandlung von entzündlichen und degenerativen Hautveränderungen bei Hund und Katze. In Fallbeispielen wurden zu den entsprechenden Erkrankungen praktische Anwendungsempfehlungen gegeben.

Im Anschluss hieran führte Martin Bühler, Teilhaber der Gross- und Kleintierpraxis Hähni & Bühler, Schwarzenburg, ins Thema  Neembaum mit dem daraus gewonnen Therapeutikum Neemöl ein. Er gab einen Überblick über die antiparasitäre Wirkung des Öls und dessen Einsatzmöglichkeiten in der Tiermedizin, auch im Hinblick auf die biologische Landwirtschaft. Darüber hinaus konnten erfolgreich verlaufende Kasuistiken in der Neem-Behandlung  von Pferden mit Sommerekzem gezeigt werden.

Zum Schluss konnte Michael Walkenhorst (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) für den Nutztierbereich entsprechende Pflanzen vorstellen und Präparate nennen, die bei Hauterkrankungen und in den verschiedenen Wundheilungsstufen  erfolgreich angewendet werden. Diese Pflanzenauszüge bzw. Präparate sind aber auch ohne weiteres auf die dementsprechenden Wundheilungstadien  der meisten Tierarten übertragbar und können hier eine Erweitung der konventionellen Behandlungskonzepte im Praxisalltag bieten.

Ulrike Biegel, Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Frick