25. Schweizerische Jahrestagung

Da hat die kleine tierärztliche Fraktion in der SMGP auf der 25. Schweizerischen Jahrestagung erstmalig die Chance, einen der ihren vor dem Plenum aus Ärzten und Apothekern sprechen zu lassen – und ihr Leiter, Michael Walkenhorst, entscheidet sich für einen (den!) Experten für Tiermedizin-Geschichte, Museum und Archiv.

Wer da nur an vergilbte Bücher und verstaubte Exponate zu denken vermochte und glaubte, die Chance sei vertan, der kannte Prof. Johann Schäffer noch nicht!

Dieser bot den Tagungsteilnehmern einen außergewöhnlichen, temperamentvollen und erfrischenden Vortrag. Er legte nicht nur exzellent illustriert die geschichtliche Entwicklung der Tierheilkunde, speziell der Phytotherapie dar. Er zeigte auch die Ursachen für den Niedergang der traditionsreichen Phytotherapie in der Tiermedizin auf. Eindringlich appellierte er an die Verantwortlichen in den veterinärmedizinischen Hochschulen, die Zeichen der Zeit zu erkennen,  die Forschung in der Phytotherapie wieder aufzunehmen und ihr Grundlagenwissen wieder im Curriculum zu verankern. Hierzu sei es erforderlich, die Botanik-Vorlesungen von ihrem wenig nützlichen theoretischen Ballast zu befreien , zugunsten praxisbezogener und damit für die Studenten wesentlich interessanterer und motivierender Informationen zur Heilpflanzenkunde, wie dies in Hannover bereits erfolgreich praktiziert werde.

Prof. Schäffer versäumte auch nicht die einmalige Gelegenheit, mit Witz und Humor auf den schwierigen Stand der Tierärzteschaft in der Gesellschaft, speziell in der „Kaste“ der Mediziner hinzuweisen und seinen Berufsstand ins rechte Licht zu rücken.

Alles in allem war dieser Einstand der Veterinärmedizin brillant. Die Ausführungen von Prof. Schäffer trafen die Thematik der Tagung – „Zukunft braucht Vergangenheit“ – im Kern. Es wurde klar: In der Veterinärmedizin fehlt uns die Kontinuität in der Phytotherapie. Wir brauchen einen Neu-Anfang an den Hochschulen!

Cäcilia Brendieck-Worm