Kurs 5 Phytotherapie bei Erkrankungen der Atemwege

„Die Luft zum Atmen“ ist nicht nur lebensnotwendig, sondern auch therapeutisch nutzbar. So wurden im gemeinsamen Teil des Kurses 5 für Mediziner, Apotheker und Veterinäre über die vielfältige Auswahl ätherischer Öle gesprochen, die als Inhalation bei Erkältungskrankheiten hilfreich sein und gute Wirkungen erzielen können. Mit detaillierten Informationen über das „für und wider“ der Wirkkomponenten von einzelnen Pflanzen, die zur Inhalation verwendet werden können, wurde man ermutigt, sich eigene Rezepte auszudenken und zusammen zu stellen. Auch in der Tiermedizin kann man sich durch eine Inhalationstherapie nicht nur die entzündungshemmende, wundheilende, schleimlösende und auswurffördernde Wirkung der ätherischen Öle zunutze machen, sondern auch deren stimmungsbeeinflussende Fähigkeiten. Wobei immer an die fehlende Glucoronidierungsfähigkeit der Katze zu denken ist, die ätherische Öle nicht bzw. nur extrem langsam verstoffwechseln kann und bei der daher schnell toxische Konzentrationen erreicht werden können. Im Veterinärteil am Nachmittag wurde dann auch über Inhalationsmöglichkeiten beim Pferd berichtet und die Ätherischöl- Drogen Anis, Fenchel, Thymian, Salbei und Melisse vorgestellt.
Neben der nicht nur kühlenden und desinfizierenden Wirkung der ätherischen Öle sind in der Behandlung von Atemwegserkrankungen auch die befeuchtenden Schleimdrogen wie Eibischwurzel, Malvenblüten und Königkerzenblüten, sowie die schleimverflüssigende Wirkung von Saponindrogen wie beim Efeu wichtig. Auch Spitzwegerich und Kamille fehlten in diesem Reigen nicht als bewährte Heilpflanzen.

Eine Zentrale Pflanze dieser Veranstaltung ist der Purpursonnenhut Echinacea purpurea mit seinen „Kollegen“ Echinacea angustifolia und pallida, der als „Tausendsassa“ immunmodulierend, antiviral, antibakteriell, antimykotisch und wundheilungsfördernd bei verschiedensten Erkrankungen eingesetzt wird.

Schlussendlich brachte bei den Tierärzten das immer wieder und immer noch grosse Problemder vom Markt genommen phytotherapeutischen Fertigarzneien für die Veterinärmedizin eine rege Diskussion zum Arzneimittelrecht in Gang. Einige Komiteemitglieder der SMGP-vet nehmen sich dieser Problematik schon seit längerem intensiv an.

Wie in jedem Jahr kann mit dem Kurs 1 der am 19. bis 21. Mai in Engelberg stattfindet einen erlebnisreichen (Erlebnistage Phytotherapie) Einstieg in die Phytotherapie gefunden werden. Aber auch ein Quereinstieg in jeden Kurs der Veranstaltung ist möglich, da die Kurse in sich geschlossen sind. Am 15. September geht es dann mit den phytotherapeutischen Möglichkeiten bei Erkrankungen des Urogenitaltraktes (Kurs 6) weiter.

Ulrike Biegel, Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Frick, Schweiz