61. Internationaler Kongress der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung (GA) thematisiert auch die Tiergesundheit

Der Einsatz von Arzneipflanzen und Naturstoffen zur Erhaltung der Tiergesundheit und in der Veterinärmedizin war einer der diesjährigen Themenschwerpunkte des 61. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung vom 1. bis 5. September 2013 in Münster. Mehr als 800 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 67 Ländern waren vertreten. Etwas mehr als 30 der insgesamt rund 700 wissenschaftlichen Beiträge waren dem Topic „Herbal medicinal products in animal healthcare and veterinary medicine“ zugeordnet. Die Beiträge basierten auf Forschungsarbeiten aus 12 Ländern von 4 Kontinenten. Sechs der Beiträge wurden als Vorträge, die übrigen als Poster präsentiert. Alle Abstracts des Kongresses finden sich in einer Sonderausgabe der Zeitschrift Planta Medica (Planta Med 2013; 79: 1097-1288). Ein gesonderter Workshop zum Thema Tier fand am Montagabend, dem 02. September 2013 statt. Organisiert wurde der Workshop, an dem rund 60 interessierte Personen teilnahmen, von einem Vorbereitungskreis von Mitgliedern der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung, der Niederländischen Gesellschaft für Phytotherapie, des Arbeitskreises Phytotherapie der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin, des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Frick, Schweiz) und der SMGP-vet. Eröffnet wurde der Workshop mit einem Beitrag von Professor Johanna Fink-Gremmels (Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Tiermedizinischen Fakultät Uni Utrecht, NL und Präsidentin der europäischen Vereinigung für Veterinärpharmakologie und -toxikologie). Johanna Fink-Gremmels machte deutlich, wie komplex Gesundheit und medizinische Versorgung von Mensch und Tier miteinander im Zusammenhang stehen. Sie zeigte Beispielhaft das Potential von Arzneipflanzen auf, Gesundheitsgefährdungen durch bakterielle Resistenzentwicklung aufgrund unsachgemäßen Antibiotikaeinsatzes zu reduzieren. Im zweiten Hauptvortrag des Abends gab Professor Chlodwig Franz (Emeritus des Instituts für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe, Vet. Med. Uni Wien) einen Überblick über die Entwicklung veterinärphytopharmakologischer Forschung der letzten Jahrzehnte. Aktuelle wissenschaftliche Aktivitäten aus den Niederlanden, Südafrika, Nigeria und der Schweiz wurden anschliessend mit Kurzvorträgen exemplarisch vorgestellt.

Das Interesse von Teilnehmern aus anderen wissenschaftlichen Bereichen der Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung an der veterinärmedizinischen Phytotherapie war groß. Vorträge und Workshop waren sehr gut besucht und es wurde intensiv und kreativ diskutiert, zum Teil bis in die Nacht hinein.

So bot die GA-Tagung 2013 den Auftakt für eine zukünftige Zusammenarbeit. Es wurde die Gründung eines internationalen wissenschaftlichen Netzwerkes unter dem Dach der GA beschlossen (GA-networking group “Medicinal Plants and Natural Products in Animal Healthcare and Veterinary Medicine”). Alle Interessenten, die sich dem dort entstandenen Netzwerk anschließen möchten, sind herzlich willkommen und können sich gerne direkt bei Michael Walkenhorst melden (E-Mail) . Es wird zukünftig über dieses Netzwerk in halbjährlichem Abständen einen Newsletter mit allen wichtigen Informationen und Daten zur Forschung zum Einsatz von Arzneipflanzen und Naturstoffen im Tiergesundheitsmanagement geben.