Wenn eine Kuh im Vorlesungssaal steht: Buchvernissage am Tierspital



Die Arbeit zum kurz vor Weihnachten erschienenen und auf dieser Website schon besprochenen Buches „Jenzerwurz und Chäslichrut“ wurde im Rahmen eines Projektes „Bewahrung des Wissens“ an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften von Hauptautorin Franziska Klarer in der Fachgruppe Phytopharmazie geleistet, die Vernissage fand am Tierspital in Zürich statt. Dies war passend, denn das Buch handelt von pflanzlichen Hausmitteln, die im Kanton Graubünden angewendet wurden und dank der Publikation in Zukunft im gesamten deutschsprachigen Raum wieder vermehrt angewendet werden.

Tierärztin Elisabeth Stoeger demonstrierte den zahlreich erschienenen Gästen an der Kuh „Ricola“ wie sie mit Arzneipflanzen arbeitet. Verbände wurden angelegt, gezeigt wie Wunden gepflegt werden können und wie die Einnahme von Teezubereitungen erfolgen kann. Nach Stoeger trinken die Tiere die Tees meistens gerne und nehmen so viel wie sie benötigen. Stögers Demonstration war eine Ergänzung zum vorgängigen Besuch im Tierspital. Dessen Mitarbeiterinnen zeigten auf was alles getan werden kann um grosse wie kleine Tiere gesund zu erhalten oder wieder gesund werden zu lassen.

Den nicht einfachen Werdegang eines solchen Projektes präsentierte Franziska Klarer – insbesondere die Finanzierung war ein Weg mit Hindernissen. Doch dank dem Kanton Graubünden und der Paul Schiller-Stiftung konnte der Start schliesslich erfolgen. Das Pünktchen auf dem i war schlussendlich die Zusage der Bristol-Stiftung die ganze Arbeit im Rahmen eines Buches erscheinen zu lassen. Der Geschäftsleiter der Stiftung, PD. Dr. sc. nat. M. Broggi lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Forschenden und der Stiftung: Beide haben und hatten dasselbe Ziel, nämlich erarbeitetes Wissen einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen und sich nicht nur mit einer englischen Fachpublikation, die nur wenige verstehen, der engen Welt der Wissenschaft zu präsentieren.

Beat Meier oblag es allen Beteiligten zu danken und die Publikation mit dem Wunsch zu verbinden, dass in Zukunft das pflanzliche Arzneimittel in der Tiermedizin eine Bedeutung erlangt. Beim vorzüglichen Apéro riche wurde noch lange diskutiert unter der illustren Gästeschar, die alle irgendwie mit der Entstehung des Buches verbunden waren oder die das Thema aufnehmen und publizistisch in die Welt hinaus tragen wollen. Dank der perfekten Organisation von Franziska Klarer fand das Projekt einen schönen Abschluss. Das Thema „Bewahrung des Wissens“ ist damit aber nicht zu Ende – einerseits werden am Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick im Rahmen von Masterarbeiten weitere Befragungen durchgeführt und andererseits findet an der Tagung Phytotherapie2014 in Winterthur am Freitag, den 20. Juni ein ganztägiger Workshop zum Thema „Zwischen Empirie und Evidenz“ statt. Franziska Klarer wird da zu ihrer Arbeit referieren.

Begrüssung im Demonstrationssaal des Tierspitals in Zürich: PD Dr.sc.nat. M. Broggi von der Bristol-Stitung Erstautorin Franziska Klare im Gespräch mit dem ältesten der Befragten, Florian Schrofer

Michael Walkenhorst vom FiBL wird die Forschungsarbeiten auf den Bauernhöfen fortsetzen

Das Autorentrio nach der geglückten Vernissage

Elisabeth Stöger mit ihrem pflanzlichen, veterinärmedizinischen Arsenal Verdünnungen wertvoller Wirkstoffe vor der Anwendung

Die Liebe zum Tier gehört auch zur Therapie

Harzsalbe zur Wundbehandlung aufgestrichen auf den Verband

Der Verband ist geschlossen und gepolstert