Veterinärmedizinisches vom Internationalen Kongress der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung e.V. vom 23.-27.08 in Budapest


Auf dem diesjährigen Kongress der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung e.V. (GA) in dem wunderschönen Budapest war die Veterinärmedizin wieder einmal erfolgreich vertreten. Dank der intensiven Vorbereitung von Judit Hohmann, Matthias Hamburger, Michael Walkenhorst und Anette van der Aa gab es 20 Posterpräsentationen aus verschiedenen Ländern von 4 Kontinenten und eine Session mit hochwertigen Kurzvorträgen aus der Tiermedizin, an der rund 60 Zuhörer teilnahmen. Auch Vertreter der SMGP-vet waren mit dabei.

Unter dem Vorsitz von Jacobus N. Eloff aus Südafrika wurde der Einsatz von Ayurvedischen Pflanzenmischungen in Holland von Rik Thybaut vom RIKILT Wageningen dargestellt. Hier ging es um die positive Wirkung von Aloe vera und Kurkuma auf die Eutergesundheit von Kühen. Marta Mendel aus der Abteilung Pharmakologie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Warschau zeigte den Einfluss von Flavonoiden auf den Labmagen von Kühen. Muskelzellen des Labmagens zeigten beim Zusatz von Apigenin, Luteolin und Quercetin sowohl kontrahierende wie auch relaxierende Effekte. Basharat A. S. Syed aus der Abteilung der Tierernährung der Westbengalischen Universität für Nutztierforschung und Fischerei belegte, dass die Gesunderhaltung von Hähnchen bei der Aufzucht mit einer Pflanzenmischung mindestens genauso gut war wie der Einsatz eines Antibiotikums. Die Belastung des Darmes mit E. coli und Salmonellen war effektiv geringer mit der pflanzlichen Zusammensetzung als bei der Kontrollgruppe und ist zudem Verbraucher-freundlicher als das Antibiotikum. Felix Heckendorn vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau aus Frick, Schweiz zeigte, dass der Schritt von in vitro- zu in vivo-Experimenten bei dem Einsatz von Pflanzenextrakten zur Kontrolle von gastrointestinalen Nematoden bei Ziegen sich als schwierig erweist. Der abschliessende Vortrag von Balakrishnan M.N. Nair von der Transdisziplinären Universität aus Bangalore, Indien machte erschreckend deutlich wie hoch die Kontamination der Umwelt mit Antibiotika ist. Die daraus entstehenden Resistenzen von Bakterien ist eine weitere sehr ernst zu nehmende Folge.

Am in der Mittagspause (sozusagen als „Kontrastprogramm zum Mittagessen“) gelegenen Workshop der „GA-networking group on medicinal plants and natural products in animal healthcare and veterinary medicine“ nahmen 25 Interessenten teil und diskutierten nach drei Impulsvorträgen von Michael Walkenhorst (Schweiz), Lyndy MacGaw (Südafrika) und Nitya Ghotge (Indien) zur aktuellen Forschung zu Arzneipflanzen in der Tiermedizin kreativ über weitere Schritte der Netzwerkarbeit.

Diese wissenschaftlichen Arbeiten aus der Veterinärmedizin sind ein wichtiger Schritt für die Gesunderhaltung von Mensch und Tier. Die Netzwerkarbeit soll die internationale Zusammenarbeit stärken. Die Vorbereitungen für den nächsten GA-Kongress in Kopenhagen im Juli 2016, an dem auch Tiere wieder ein Thema sein werden, sind bereits in vollem Gange.

Sabine Vollstedt