Kurs 4 SMGP 21.01.2016 in Wädenswil - Veterinärteil


Um sich mit der notwendigen Literatur auseinander setzen zu können ist es wichtig Publikationen richtig einzuschätzen. Daher beschäftigte sich der Kurs 4 „Arzt, Tierarzt und Apotheker in der klinischen Forschung auf dem Gebiet der Phytotherapie“ mit Themen wie Evidenced based Medicine und Tools, wie dem sogenannte Jadad score um die Qualität einer Publikation zu erkennen und zu beurteilen.

In kleinen Gruppen wurden daraufhin verschiedene Publikationen zum einen auf Ihren Jadad score aber auch auf ihre Praxisrelevanz hin geprüft und die Plus- aber auch die Kritikpunkte beurteilt.

Ein Schwerpunkt des Kurstages war für die Veterinäre darüber hinaus die Rechtslage die bei der Anwendung von Arzneipflanzen und Futtermittel vor allem im Nutztierbereich zu beachten ist. Diese ist durch die verschiedenen Zuständigkeiten sehr komplex, denn es wird strickt zwischen den Arzneipflanzen einerseits und den Futtermitteln andererseits unterschieden.

Diese Unterscheidung ist teilweise schwer nachvollziehbar, wie das Beispiel vom Löwenzahn zeigt. Die Blätter und Blüten zählen zu den Futterpflanzen und dürfen auch Nutztieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen unproblematisch angewendet werden. Die Wurzeln werden den Arzneipflanzen zugeordnet und daher sind Wartefristen auf Milch und Fleisch einzuhalten.

Aber auch die Kleintierpraktiker kamen nicht zu kurz. Denn mit dem Vortrag von Dr. Koch wurde die Problematik der Altersdemenz beim Hund vorgestellt, die mit der immer weiter ansteigenden Lebenserwartung durchaus an Bedeutung gewinnt. In einer sehr interessante Studie zur Anwendung eines Ergänzungsfuttermittels mit Ginkgo Extrakt zeigten zum einen eine sehr hohe Ansprech- und Wirkungsrate.

Last but not least wurden die Teilnehmer des Kurses über das bereits bestehende online Dokumentationsprogramm „Herbie-vet“ interaktiv informiert. Eine Option alle phytotherapeutischen Fälle einzugeben um mit der Zeit auf einen Datenpool zurückgreifen zu können.

Dieses Programm ist vor allem auch für Tierärzte hilfreich, die einen Fähigkeitsausweis Veterinärphytotherapie der (GST) Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte und Tierärztinnen anstreben. Die dazu notwendige Zertifikatsarbeit mit einem Thema zur praktischen Anwendung von Arzneipflanzen in der Tierarztpraxis kann mittels „Herbie-vet“ professionell aufbereitet werden.

Im Kurs wurden mit allen Teilnehmern mögliche Themen einer Zertifikatsarbeit diskutiert und jeder konnte eine geeignete Themenidee schliesslich schriftlich fixieren.

Ulrike Biegel,Tierärztin am FiBL in Frick, Februar 2016