Veterinärphytotherapie in der Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt – Veterinärsymposium in Bonn

Am 4. Juni 2016 trafen sich rund 35 Interessierte zu einem mit hochkarätigen Referenten besetzen Veterinärsymposium im Rahmen des 4. Trinationalen Kongresses „Phytotherapie 2016“ in der Bonner Beethovenhalle. Der Arbeitskreis Phytotherapie der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (AK-Phyto der GGTM) hatte diese halbtägige Veranstaltung in Kooperation mit der SMGPvet organisiert.

Mit einer breiten Horizonterweiterung, basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eröffnete Johanna Fink-Gremmels aus Uetrecht (NL) das Symposium. Anhand der aktuellen Herausforderungen der Veterinärmedizin arbeitete sie die Einsatzbereiche für Arzneipflanzen in der modernen Tierarztpraxis heraus, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Regulation der Darmgesundheit lag.

In gewohnt fesselnder Weise führten anschliessend Cäcilia Brendieck-Worm aus Niederkirchen (DE) und Matthias Melzig aus Berlin (DE) in Möglichkeiten der phytotherapeutischen Behandlung von Wunden ein. Ihr besonderes Augenmerk lag hierbei auf Wundinfektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien und den Möglichkeiten von Pflanzenstoffen diesen Resistenzmechanismen entgegenzuwirken.

Ulrike Biegel aus Frick (CH), Spezialistin in Sachen Misteltherapien bei tumorkranken Tieren, stellte veterinärmedizinisch relevante Studien vor. Diese zeigten beim Sticker Sarkom der Hündin eine Verkürzung der Chemotherapiedauer und Rezidivhemmung, beim Fibrosarkom der Katze einen mit postoperativer Chemotherapie vergleichbaren Therapieerfolg und siginfikant besseren Heilungsraten als Placebo in der Behandlung des equinen Sarkoids.

Mitten aus der Fülle ihrer phytotherapeutischen Praxis berichtete Alexandra Nadig auch anhand von spannenden Fallbeispielen über ihre Strategien in der Tumortherapie. Neben der Mistel – basierend auf einer Vielzahl in Abhängigkeit von der tierindividuellen Tumorsymptomatik einsetzbarer unterschiedlicher Wirtsbaumarten – berichtete sie über den erfolgreichen Einsatz von Artemisia annua.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die aufmerksam verfolgte Vorstellung von drei veterinärmedizinischen Postern auf denen die erfolgreiche Wundbehandlung bei einer Katze mit eosinophilem Granulom, eine Übersichtsarbeit zum potentiellen Einsatz von Arzneipflanzen zur Therapie von Atemwegs- und Gastrointestinalerkrankungen bei Kälbern und Ferkeln und die Wirkung von unterschiedlichen Mistelextrakten bei Zelllinien des equinen Sarkoids dargestellt waren.

Michael Walkenhorst