Atemwegserkrankungen - auch bei Tieren hohes Potential für phytotherapeutische Massnahmen


Aufgrund des wunderschönen Spätsommerwetter fiel es gewiss den ein oder anderen der 22 teilnehmenden Tierärzten schwer, sich auf die kommende Erkältungszeit einzulassen – aber gerade in der tierärztlichen Praxis haben Atemwegserkrankungen, beispielweise bei Pferden und Kälbern, fast ganzjährig Saison. Nachdem PD Dr. med. Dr. h. c. Andreas Schapowal morgens eine generelle Einführung in pflanzliche Arzneimittel, welche bei Atemwegserkrankungen indiziert sind, gegeben hatte, folgte Roland Schoop von der Firma Bioforce mit aktuellen Forschungsergebnissen zu Echinaceaextrakten.

Ab mittags waren dann die Tierärzte unter sich: SMGP Haus-Apotheker Christian Mayer führte auf informative und praxisrelevante Weise in die botanische Welt der bei Husten, Bronchitiden, Sinusitiden und Pharyngitiden traditionell eingesetzten Arzneipflanzen ein. Besonders Efeu (Hedera helix L.) erweist sich seit langem als sinnvolle Therapie, da er schleimlösend und auswurffördernd wirkt. Da es sowohl human- als auch veterinärmedizinische bewährte Fertigpräparate auf dem Markt gibt, stellt Efeu neben Thymian und Spitzwegerich den idealen Einstieg in die phytotherapeutische Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden, Hunden und Nutztieren dar.

Dr. med. vet Elisabeth Stöger, erfahrene Nutztierpraktikerin und Dozentin, nahm die Teilnehmenden nicht nur dialektisch mit nach Österreich. In ihrem interaktiv gestalteten, unterhaltsamen Vortrag über den Praxiseinsatz von Arzneipflanzen in der Nutztierpraxis, inklusive Erwähnung der Dosierungen und Zubereitungsformen, wurden Dank mitgebrachter Drogen als Anschauungsmaterial wahrliche alle Sinne angeregt.

Dr. med. vet. Ph.D. Sabine Vollstedt referierte auf mitreissende Art und Weise über chronische Lungenerkrankungen des Pferdes, wie Haltung und Bewegung diese beeinflussen und welche Therapieoptionen in der Phytotherapie zur Verfügung stehen. Dabei liess sie ihr Wissen aus der TCM Ausbildung, welche sie in China absolviert hat, sowie aus ihrem Ph.D. Studium der Immunologie mit einfliessen. So gelang ihr eine gut nachzuvollziehende Verknüpfung der europäischen und chinesischen Phytotherapie, welche dadurch gekennzeichnet war, dass es durchaus verblüffende Gemeinsamkeiten, der so fern erscheinenden Therapieformen bestehen.

Wir bedanken uns bei den Referenten, allen TeilnehmerInnen sowie den Organisatoren für diesen rundum gelungenen Kurstag, der uns ideal auf die kommenden, kälteren Tage vorbereitet hat – nicht zuletzt weil wir auf der Dachterrasse mit Blick auf den Zürichsee die Mittagspause geniessen konnten.

Dr. med. vet. Hannah Ayrle

Wachsendes Interesse an der Phytotherapie in der Komplementärmedizin führt zu gut belegten Kursen bei der SMGP

Elisabeth Stöger ...

... berichtet von ihren umfassenden Erfahrungen aus der Praxis

Sabine Vollstedt ...


... hat die Pferde im Fokus und weiss Rezepte für schwer zu behandelnde Erkrankungen

 
Christian Mayer