Kurzbericht über die Österreichische Fortbildungsveranstaltung „CURRICULUM VETERINÄR-PHYTOTHERAPIE Modul 2“ für Tierärzte

Ende Oktober 2016 fand der zweite Teil der seit heuer neu angebotenen Fortbildungsveranstaltung für Tierärzte, das Curriculum Veterinär-Phytotherapie (CVP) Modul 2, an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien statt. Das große Themengebiet Verdauungstrakt inklusive Leber- und Galleproblemen stand diesmal am Programm.
Die Veranstalter durften sich über den erneut sehr regen Zuspruch seitens der Tierärzte und Tiermedizin-Studenten mit einer Teilnehmerzahl von knapp über 40 Personen freuen. Die zwei Tage waren sehr abwechslungsreich gestaltet und begannen mit einem allgemeinen Vortrag über pflanzliche Futterzusatzstoffe, deren rechtlicher Grundlagen und Registrierung sowie deren „Claims“ als Flavourings bzw. Zootechnicals. Die anschließende Exkursion führte zur Firma „Magister Martin Doskar pharmazeutische Produkte“ in der Wiener Innenstadt, wo alle Teilnehmer einen kurzen Blick ins Labor werfen durften und eine Führung durch einige Produktionsräume abgehalten wurde. Nach der Mittagspause referierte eine praktizierende Tierärztin anschaulich über die phytotherapeutische Behandlung von Verdauungsstörungen bei den verschiedenen Tierarten in ihrer alltäglichen Tierarztpraxis, dabei wurden dem interessierten Publikum alle Fragen zu den vorgestellten Fällen kompetent beantwortet. Am zweiten Tag der Weiterbildungsveranstaltung stellte der deutsche Hauptredner sehr engagiert zahlreiche Pflanzen bzw. Drogen, die bei den verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt werden können, jeweils mit besonderem Augenmerk auf deren Pharmakologie, vor. Parallel zu diesen Vorträgen wurden über ein Diskussionsmikroskop und Bildschirme im Seminarraum die jeweiligen Drogen gezeigt und deren pharmakognostische Merkmale dem gesamten Auditorium anschaulich demonstriert. Eine praktische Tierärztin referierte dann noch über die Besonderheiten in Darmtrakt und Darmflora beim Geflügel und erzählte über ihre praktischen Erfahrungen beim Einsatz von standardisierten Futter-Pflanzen-Mischungen in Prophylaxe und Behandlung von Problemen im Vogel-Verdauungstrakt. Den Abschluss dieser zwei Fortbildungstage bildete ein interessanter Fachvortrag über mögliche Verfälschungen, Verwechslungen und Verunreinigungen von pflanzlichen Arzneidrogen, die, wenn man nicht geschult ist und diese nicht erkennt, unter Umständen auch tödlich enden können. Während der gesamten Veranstaltung herrschte ein gutes, sehr angenehmes und kollegiales Klima, was nicht zuletzt durch viele angeregte Unterhaltungen und zahlreiche Fachgespräche zwischen Referenten und Teilnehmern in den Kaffeepausen zum Ausdruckt gebracht wurde.

Dr. med. vet. Isabella HAHN-RAMSSL
Institut für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni Vienna